Er hat gebohrt! Und zwar so:
26. Juni 2008
Wer sagt denn, Videos passen nur für die schönen Dinge des Lebens? Ein amerikanischer Zahnarzt macht vor, wie man mit Onlinevideos Patientenvertrauen (und damit Patienten) gewinnt
Ist es nicht schon schlimm genug, wenn einen Techniker mit „Platinenbruch“, „defekter Gasbrenner“, „kaputte Viscokupplung“ konfrontieren? Doch wie fühlen wir uns erst, wenn der Arzt Worte wie „Wurzelbehandlung“, „Stoffwechselstörung“ oder „Darmoperation“ in den Mund nimmt?
Unsere Lebenswelt ist ungeheuer komplex. Vielen Worten, die wir zwar wahrnehmen und zu verstehen glauben, können wir keinen wirklichen Sinn zuordnen – wir haben keine eigenen Erfahrungswerte, nicht einmal ein Bild, eine konkrete Vorstellung davon, was sie meinen.
Das erzeugt Unsicherheit, oft Angst, und führt manchmal zu irrationalem Verhalten, wenn z.B. der Besuch beim Arzt aufgeschoben wird. Ein amerikanischer Zahnarzt, Dr. Jerry Gordon aus Pennsylvania, ging vor rund einem Jahr in die Offensive und dokumentierte seine Arbeit und Behandlungsweisen per Video.
Bis heute hat er 32 Videos auf YouTube veröffentlicht. Sein „Masterpiece“ zur Wurzelbehandlung dauert knapp 10 Minuten. Schauen Sie selbst:
Er ist entspannt, relaxed, nimmt den Patienten in spe die Angst. Er zeigt, was passiert, klärt auf, beruhigt. Und tut damit nicht nur seinem Berufsstand, sondern auch der eigenen Praxis viel Gutes.
In knapp einem Jahr wurde sein Video ca. 114.000mal betrachtet. Gut, das lag auch an der medialen Aufmerksamkeit, die seine Pioniertat erregte, z.B. in der New York Times. Doch schon vor diesem Beitrag war sein Video in zwei Monaten 11.000mal abgerufen worden. Als er seine Tätigkeit noch nicht im Video vorstellte, kamen 26 Patienten durch seine Website in die Praxis – nach dem Video waren es in wenigen Monaten 68.
Ein solches Video kann nicht „user generated“ sein – Dr. Gordon beauftragte einen lokalen Videoproducer und investierte ca. 2.000 Dollar. Auch bei uns müsste man für ein solch umfangreiches, dokumentierendes Video ca. 2000 € Produktionskosten rechnen. Doch was steht dagegen?
Mehr Patienten. Weniger ängstliche Patienten. Weniger Aufklärungs- und Beratungsaufwand.
Wer immer komplexe Dienstleistungen erbringt, sollte einmal in Ruhe darüber nachdenken, seine Tätigkeit durch ein Beratungs- oder Servicevideo transparenter zu machen. Das schafft Vertrauen – und das bringt Kunden.
Entry Filed under: Anwendungen, Formate. Schlagworte: Beratungsvideo, Medizin, Servicevideo, Videodokumentation.
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1. Wie der Onkel Doktor Vertrauen und Patienten gewinnt « Videowerber’s Weblog | 27. November 2008 at 14:14
[...] passiert und in welchen Schritten die Behandlung erfolgt. Ein Video dazu hatte ich bereits in einem früheren Blogeintrag zum Thema eingestellt. Ich würde mir wünschen, das mehr Ärzte einen solchen Weg gehen und Behandlungen oder [...]