Das Design bestimmt den Preis
10. Juli 2008
Videowerbung: Wer nach anderen Regeln produziert, kann auch zu anderen Preisen anbieten
Meine Kollegen bei SightseekerMedien werden oft gefragt: „Wie könnt Ihr bloß so günstig anbieten? Schaut doch eigentlich ganz ordentlich aus, was Ihr produziert“.
Stimmt. Genauso wie bei H&M oder Ikea Produkte entstehen, die ganz ansehnlich sind, so ist das auch bei unseren Videoproduktionen. Und doch kosten die Shirts bei H&M nur einen Bruchteil des Preises von Gucci oder Dolce&Gabbana, die Sofas und Schränke bei Ikea nur Kleingeld im Vergleich zu DeSede oder Capellini.
Gutes Design fragt immer zuerst nach dem Verwendungszusammenhang. Soll das Produkt als Ikone in die Geschichte eingehen oder wird es ein paar Mal benutzt und dann entsorgt?
Sodann bezieht gutes Design immer die Budgets potentieller Käufer ein. Wer kann, wer will wie viel ausgeben um mein Produkt zu erwerben? An diesem Punkt müssen sich Hersteller meist grundlegend entscheiden: Ziele ich auf den hoch preisigen Nischenmarkt oder will ich so günstig anbieten, dass vielleicht ganz neue, viele größere Käuferschichten für meine Produktspezies gewonnen werden?
Und dazu kommen noch konkrete Käuferanforderungen, -vorbehalte oder -wünsche. Was will ich außer Geld noch investieren (Zeit?)? Welche verschiedenen Nutzendimensionen soll das Produkt erfüllen – Prestige, Spaß, Wirtschaftlichkeit oder Umweltaspekte?
Und zuletzt: Finde ich Materialien und Produktionsverfahren, die a) dem Verwendungszusammenhang entsprechen und b) bei dem von mir definierten Käuferbudget auch profitabel in Produkte umzusetzen sind?
Im Industriedesign fängt erst an diesem Punkt der eigentliche Prozess der Formgebung statt – dass was landläufig als „Design“ verstanden wird. Doch ist es der Prozess davor, der neue Märkte erschließt und Unternehmen wie Ikea und H&M groß machte.
Und es ist dieser Prozess, den SightseekerMedien in der Videoproduktion völlig anders löst als klassische Produktionsfirmen.
Beginnen wir beim Verwendungszusammenhang. Wir produzieren fürs Internet, mit möglichen Zweitauswertungen für interne Zwecke, auf Messen, DVD etc. Nicht Kino, nicht Cannes. Produkte, die schon um der lieben Verbreitung willen stark komprimiert werden müssen. Verwendungsdauer typischerweise maximal zwei bis drei Jahre, manchmal – z.B. bei Eventportraits – auch darunter.
Das nächste Designziel: ein Budget, das dem einer (gestalteten) Werbeanzeige entspricht. Hier ist man als Kleinunternehmen – Hotel, Makler, Handwerksbetrieb – schnell 500€ bei nur einer Schaltung in der Tageszeitung los. Gehe ich in qualifizierte (Fachmedien), z.B für Personalwerbung werden daraus auch leicht und locker 2000€.
Ergänzen wir diese beiden Designkategorien noch um Kundenwünsche: Schnell muss es gehen, zu meinem Unternehmen passen soll es (ich will mich darin wiederfinden), möglichst universell einzusetzen und – naja – das eh starke strapazierte Werbebudget darf es auch nicht sprengen.
Womit wir bei der Gretchenfrage sind: Wie wird daraus ein breitentaugliches Produkt? Zu allererst: durch Standardisierung. Keine Maßanzüge, sondern Kleider von der Stange. Sodann durch Transparenz: Konkrete Beispiele und Standarddrehbücher vermitteln dem Kunden, was er für sein Geld bekommt.
Last but not least: interne Prozesse, die effizienz- und ergebnisorientiert sind. Keine dem Produktziel nicht entsprechenden Sonderaufwendungen, weder von der Bildgestalltung noch von der dafür benötigten Technik.
Wenn andere im Mietdolly durch die Hotelflure gleiten, tut’s bei uns ein Gepäckwagen oft auch. Für den Betrachter sieht’s gleich aus – für den Kunden im Angesicht der Rechnung nicht
)
Entry Filed under: Anwendungen, Basics, Formate. Schlagworte: Preis, SightseekerMedien, Videokosten, Videowerbung.
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1. Unternehmen überdenken Budgets von Filmproduktionen « Videowerber’s Weblog | 27. Oktober 2008 at 20:09
[...] Imagefilm, von der ausführlichen Messedokumentation bis zum Verbandsportrait – wie ich schon in “Das Design bestimmt den Preis” schrieb: Es kommt darauf an, wie man ein Produkt und seine Produktion anlegt, wenn man seine Kosten [...]