Verschiebt Onlinevideo die Grenze zwischen Vertrieb und Marketing?

14. April 2009

Harter Verkauf versus Emotion & Information – verschieben sich die Grenzen?

Gern greife ich hier im Blog Themen auf, die in Diskussionen mit Kunden aufgeworfen wurden. Z.B.: Ist Videomarketing eher ein flankierendes Werkzeug oder kann es dazu dienen, wesentliche Aspekte des Verkaufsprozesses zu optimieren?

Dass ich, quasi von berufs wegen, absoluer Anhänger der zweiten These bin, muss ich kaum betonen. Doch worauf stütze ich diese Meinung?

1. Auf die “Ehrlichkeit” des Mediums Video.
Natürlich geht es auch im Videomarketing um schöne Bilder, natürlich setzt es “in Szene”. Aber aus einem bodenständigen Ausflugslokal wird so noch lange kein Haut-Cuisine-Mekka, und aus dem Szenesecondhandklamottenhändler mit Migrationshintergrund kein geleckter Herrenausstatter. SOLL JA AUCH NICHT – getreu der Devise “auf jeden Topf passt ‘n Deckel” geht es ja vielmehr darum, dass der Familienausflug in der Waldschänke und der kultivierte Spesenritter beim Sternekoch landet. Gutes Marketing ist immer auch Matching, es geht darum, Zielgruppen und Angebote zusammen zu bringen. Und das bilder- und emotionsreiche Marketingmedium Video hilft halt hervorragend, die Spreu vom Weizen zu trennen. Das sollte übrigens auch ein guter Vertriebler tun – es sei denn, Stammkunden wären ihm Wurst.

2. Auf die Stärke des Mediums Video, auch komplexe Sachverhalte leicht konsumierbar zu vermitteln.

Ob es darum geht, Designermesser zu schleifen oder mich für eine neue Stadt als künftigen Wohnort zu begeistern – Video kann mir besser als jedes andere Medium einen solchen komplexen Sachverhalt vermitteln, ohne dass ich mich sonderlich anstrengen muss. Kein Abstrahieren, kein Kleingedrucktes. Ja – ein guter Vertriebler kann derartige Dinge auch gut ‘rüberbringen. Aber lohnt dies beim jeweiligen Deckungsbeitrag, den das Produkt abliefert? Und hat er überhaup die Zeit dazu?

3. Auf die jederzeitige Verfügbarkeit von Onlinevideos
Rund 15% aller Zugriffe auf diesen Blog erfolgen nachts zwischen 23 und 6 Uhr. Offenkundig haben auch um diese Zeit irgendwelche Leute ein Informationsinteresse, dass befriedigt werden will. Ist dies nicht auch im Verkauf so? Wenn ich in den Spätnachrichten erfahre, dass morgen der Frühling ausbricht, ich aber meine Liegenauflagen im letzten Herbst hingehunzt habe, dann will ich gern auch nach Mitternacht ordern. Je besser man mich über das Produktangebot informiert – zum Beispiel mittels eines Produktvideos – desto eher bin ich bereit, in Qualität oder einen etwas teureren Anbieter zu investieren. Und je mehr Umsatz online gemact wird, desto wichtiger die jederzeit verfügbare, komplexe Produktinformation, am besten per Video. Denn dann ersetzt sie den Vertrieb – auch um 2 Uhr 37 in der Früh.

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