Archive for Mai 2009
Videomarketing macht Immobilien mobil
In den USA etabliert, hierzulande in den Startlöchern: Immobilienmarketing mit Video
In kaum einer Branche wird der Wandel von einer traditionellen Vertriebs- zu einer innovativen Marketingstruktur so deutlich wie in der Immobilienwirtschaft. Klar – die „Deals“ werden nach wie vor von Menschen gemacht, und ebenfalls klar: die Spielregeln zwischen Wohn- und Gewerbeimmobilien differieren durchaus.
Aber in den USA werden bereits 80% der Erstkäufer von Immobilien auf ihr neues Objekt (und den dazugehörigen Makler) über das Internet aufmerksam – so zumindest Diane M. Ramirez von Halstead Property in ihrer Firmenpräsentation auf Halstead ProperTV). So nimmt es nicht wunder, dass der Kampf um die beste Präsentation im Internet voll entbrannt ist – und das Medium Video dabei in vorderster Front etabliert wird.
Videopräsentationen von Immobilien erhöhen die Wertzuweisung einer Immobilie um ca. 6%, so ReelSEO. Eine aussagekräftige Statistik über Nutzungsdauer und -intenistät von Onlinevideos für Immobilien habe ich leider noch nicht gefunden – Makler, die damit experimentieren, berichten jedoch von bis zu doppelt so häufigen Aufrufen von Onlineeinträgen mit Videos und deutlich besseren Umschlagszeiten von mit Videos portraitierten Immobilien.
Auch wir bei SightseekerMedien haben uns der Thema zugewandt und Argumente und Pilotproduktionen auf einer Seite zusammengefasst. Deutlich wurde uns, dass die Aufbereitung hochwertiger Immobilien mit dem Medium Video nicht im Vorübergehen zu machen ist – um Räume und Gebäude gut zu erzählen, bedarf es doch technischer Hilfsmittel, die über die Standardaustattung eines Videoproducers hinausgeht.
In den USA bieten mittlerweile gut ein halbes Dutzend überregional tätiger Videodienstleister ihre Dienste an – herausragend dabei WellcomeMat (Produktion in Kooperation mit Turnhere) und Agentcasts. Vorherrschendes Format ist eine Objekt- und Videomoderation durch den betreuenden Makler sowie ein mehr oder minder detaillierter Rundgang durch das protraitierte Anwesen.
Die Innovatoren unter den Maklern denken aber längst einen Schritt weiter. Sie begreifen das Medium Video als zentrale Vermittlungs- und Kommunikationsinstanz in ihrem Geschäft. So präsentiert Halstead in seinem Halstead ProperTV nicht allein die angebotenen Objekte, sondern auch Entwicklungsprojekte, Stadtviertel oder die Makler in den Fillialen vor Ort. Aus dem Hilfsmedium Video wird ein veritabler IPTV-Kanal rund um Leistungen und Produkte des Maklers – ein Programm, dass für einen Stadtneuling oder Umzugswilligen durchaus interessant ist.
Die Radikalen jedoch setzen sogar TV-Formate wie Big Brother aufs Immobilienmarketing um. So hat der Kandier Kye Grace 72 in einem Appartment gelebt, sich dabei live streamen lassen, Fragen zum Objekt online beantwortet und sich die ganze Veranstaltun auch noch sponsern lassen. Ein Interview dazu (leider in beklagenswerter Qualität):
Wie man sieht: Im Onlinevideomarketing für Immobilien gibt es derzeit mehr Phantasie als in ihrer Wertentwicklung…
3 comments 30. Mai 2009
Videowerbung, Videomarketing & Co: der erste Blog-Birthday ;-)
Dieser Blog hat heute seinen ersten Geburtstag. Und ich stelle mir die Frage: Hat unsere Branche schon das Laufen gelernt?
Einen Blog zu starten, ist wie eine Reise ins Blaue. In diesem Fall mit einem gewichtigen Unterschied zur geografischen Reise: Auch die Landkarte definiert sich täglich neu.
Im Schnitt alle vier bis fünf Tage habe ich im vergangenen Jahr Fundstellen aufgelesen, Trends kommentiert und praktische Hilfen zum Dreh vor Ort gegeben. Dabei heraus kamen 80 Beiträge in 7 Kategorien und bis heute knapp 8000 Aufrufe. Dank an all diejenigen, die den Blog verfolgen: Es motiviert, zu sehen wie die Abrufkurven kontinuierlich steigen!
Aber reden wir noch über das gleiche wie vor einem Jahr? Im Prinzip ja, doch in vielen Details nein. In Ermangelung eines besseren Begriffs kreisten zunächst viele Posts um den Begriff Videowerbung – auch für Produktionen, die weniger Werbeclip als vielmehr Image waren. Erst im Laufe des Jahres gewann der Begriff Videomarketing an Bedeutung. Er beschreibt diese Produktionen viel besser und wird, zumindest in der Fachöffentlichkeit, zunehmend genutzt. Die meisten Kunden können damit leider noch nicht viel anfangen – aber das wird schon noch kommen
A propos Kunden: Schwindelerregene Zuwachsraten prognostizierten die Internetauguren für dieses Segment. Angekommen, zumindest in Deutschland, ist diese Welle jedoch noch nicht. Wirtschaftskrise? Gewiss. Aber auch ein weiteres Beispiel dafür, dass Übergangsprozesse ihre Zeit brauchen. Emails sind dem Fax in vielerlei Hinsicht überlegen – und doch brauchte der Übergang vom einen zum anderen Zeit, und es wird noch viele Jahre Faxe geben.
Print- und Videomarketing haben eine vergleichbare Dualität: Video kann so viel bieten, was in Wort und (Stand-)Bild nicht auszudrücken ist. Es ist in vielerlei Hinsicht ein absolut überlegenes Medium. Ich wiederhole gern: Video ist das Leitmedium unserer Zeit. Doch vorherrschend ist heute die Schrift – und das wird sie auch auf Jahre hinaus bleiben.
Gleichwohl waren Kommunikationsinnovatoren schon immer besonders erfolgreich. Und davon werden auch die Firmen profitieren, die jetzt – in einem frühen Marktstadium – auf Videowerbung und Videomarketing im Internet setzen. Denn sie bieten ja heute schon an, was die Kunden morgen wie selbstverständlich erwarten. Ein Onlineshop ohne Bewegtbild? Unattraktiv. Eine Website ohne Videoportrait? Altbacken und unpersönlich. Eine Stellenausschreibung ohne Unternehmensfilm? Verschnarchter Arbeitgeber…
Bis dahin werden wir, Dienstleister im Bereich Videomarketing wie SightseekerMedien, noch eine Menge Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit leisten müssen. Denn noch steckt die Branche in den Kinderschuhen. Für große Sprünge reichts noch nicht – doch das ist nur eine Frage der Zeit.
Add comment 17. Mai 2009
Video kein Kaufimpuls?
Eine Studie von ebay Advertising stiftet Verwirrung – ist Video kein Kaufimpuls im Internet?
Manchmal würd man so gern die Quellen studieren – diesmal hab ich sie nicht ausfindig machen können. Das Portal der Internetworld zitiert eine Studie von ebay advertising.
Für diese Studie wurden 1500 Online-Besteller in Deutschland, England und Frankreich befragt – unter anderem nach den Impulsen für ihre Interneteinkäufe. So heißt es im Beitrag der Internetworld: „Nur neun Prozent der Deutschen Onlineshopper kauften innerhalb des letzten halben Jahres aufgrund einer Bewegtbild-Anzeige einen Artikel.“ Dagegen wären 26 Prozent der Kaufentscheidungen auf „Anzeigen in den Ergebnislisten von Suchmaschinen und auf E-Commerce-Seiten in speziell gesuchten Kategorien“ zurückzuführen.
HALLO?!? IST JEMAND ZU HAUSE?!? Wie oft werden Videoanzeigen auf Internetseiten überhaupt angezeigt? Vergleichen Sie doch mal – rein subjektiv – die Menge von Videoanzeigen im Internet und die Menge von „Anzeigen in den Ergebnislisten von Suchmaschinen und auf E-Commerce-Seiten“. Und dann vergleichen Sie ganz einfach die Zahlen 26 und 9 Prozent. Finden Sie, diese Relation verdient das Wörtchen „nur“?!?
Ich zumindest finde: Ein besseres Argument für Videoanzeigen kann es kaum geben.
Add comment 8. Mai 2009
Das Los des Trendsetters: kopiert zu werden
Als Geschäftsführer von SightseekerMedien frage ich mich: Soll ich mich über Nachahmer und Kopisten freuen oder ärgern?
Ich erinnere mich gut an die langen Nächte vor rund einem Jahr, als wir bei SightseekerMedien fast rund um die Uhr durchs Web surften. Wir wollten herausfinden, wie sich andere Videoproduktionen präsentierten, wollten Wege finden, möglichst konkret, nachvollziehbar und transparent aufzutreten. Wir wollten eine Unternehmenswebsite veröffentlichen, die unseren Kunden nützt und auf diesem Wege Vertrauen schafft.
Wir fanden heraus, dass es (zumindest im deutschsprachigen Raum) kaum einen Anbieter gab, der Produkte zu Festpreisen anbot. Wir merkten, dass kaum ein Anbieter überhaupt in „Produkten“ dachte. Und wir hatten den Eindruck, dass viele lieber in mehr oder minder nebulösen Versprechen schwelgten, statt konkret zu sagen, was sie für Budget „x“ leisten wollten.
Heute gibt es mindestens ein Dutzend von Film- und Videoproduktionen, die Festpreisangebote, transparente Leistungsbeschreibungen und klare Produktdefinitionen in den Mittelpunkt ihrer Webpräsenzen gestellt haben. Das finden wir gut, denn so kann der Kunde vergleichen. Und wird vielleicht merken, dass der eine zwar billiger, aber nur in einer Region aktiv ist. Der andere verspricht schöne Qualität, deckt aber nur wenige Themenwelten ab. Und der Dritte stellt ein Riesennetzwerk von Produzenten in den Vordergrund – es fehlt aber die Qualitätsdefinition. Alles ist ok – der Kunde soll für seinen Bedarf auswählen und entscheiden. Und wenn dabei andere Anbieter als SightseekerMedien das Rennen machen, ist das ebenfalls ok: Sie haben offensichtlich die Aspekte auf den Punkt gebracht, die den Bedürfnissen des jeweiligen Kunden entsprechen.
Bitter wirds nur, wenn Leistungsversprechen oder Argumentationen quasi per „Cut and Paste“ in die jeweilige Website integriert werden. Erinnern Sie sich noch an meinen Blogbeitrag: „Klappe – Sie sind der Star! oder: Wie verhält man sich beim Videodreh?“? Vergleichen Sie ihn doch mal mit „So klappt es beim Videodreh: Zehn hilfreiche Tipps aus der Praxis“. Kennen Sie noch die HörZu-Rubrik „Original und Fälschung“? Dann suchen Sie doch mal bei beiden Beiträgen die Unterschiede!
Wir leben in einer jungen Branche – jedenfalls dann, wenn wir versuchen, kostengünstige Alternativen zur „etablierten“ Videoproduktion aufzuzeigen und die Produktion fürs „Web“ in den Mittelpunkt zu stellen. Und natürlich hat man da ein Auge auf Wettbewerber und Mitstreiter, auf Akteure und Nachahmer. Auch wir schauen regelmäßig, was beispielsweise die Kollegen von targa.tv, elios.tv, tiva.tv oder von newsonvideo so machen. Wir lassen uns anregen, versuchen zu lernen, uns abzugrenzen, besser zu machen. Fragen uns oft genug: Haben die Kollegen von XXXX jetzt auch die Anfrage über die 800 Autohändler? Was YYYYY wohl für die 200 Catwalk-Filme nehmen würde? Ob ZZZZZZ wohl jetzt auch im Healthcare-Bereich unterwegs ist – wenn ja: mit welchen Produkt und Leistungsversprechen?
All das ist normal. Alle vorgenannten Player stehen teils auf eigenen, teils auf gemeinsamen Spielplätzen. Und alle arbeiten gemeinsam an einem Markt, den sie – nicht einmal gemeinsam – werden abdecken können.
Aber wie war das nun mit den Kopisten – was tun die für den Markt? Entscheiden Sie selbst. Lassen Sie sich doch von denen mal anregen, was Neues erklären, oder was Altes neu erklären. Und wenn Sie’s nicht befreidigt, dann greifen Sie vielleicht doch lieber zum Original
3 comments 6. Mai 2009


