Archive for Juni 2009
Google Universal Search: Video Ergebnisse gewinnen weiter an Bedeutung
Der Linkvendor-Blog analysiert: Schon jedes 150. Google-Suchergebnis ist ein Video
Schon vor ein paar Wochen hat Marcus Tober von Searchmetrics in seinem Linkvendor-Blog eine aktuelle Analyse der Google Blended Search (auch Universal Search genannt), vorgelegt. Für andere Laien wir mich: die Blended Search ist die gemixte Darstellung von Text-, Video-, Bild-, Map-, Shop-, News- und Blogsuchergebnissen.
In seinem lesenswerten Beitrag Steigende Relevanz der Google Blended Search kommt er u.a. zu folgenden Ergebnissen:
• der Anteil der Videos an Google-Suchergebnissen stieg im April auf 0,671% an – damit war etwa jedes 150. Suchergebnis ein Video. Zum Vergleich: etwa jedes 350. Suchergebnis war entweder ein Maps- oder Shoppingergebnis, etwa jedes 475. ein Bild.
• Aus meiner Sicht noch wichtiger: Für jede dritte Suchanfrage wird mindestens ein Video unter den Ergebnissen der ersten 10 Seiten gefunden (bei jeder 16. Anfrage mindestens ein Maps-Ergebnis).
• Und: die Anzahl der Blended Search-Suchergenisse hat sich seit Dezember 2008 auf nunmehr 0,8% annähernd verdoppelt. Das klingt nicht viel, doch bei fast 40% aller von Tober gemessenen Keywords kommt mindestens ein Blended Search Ergebnis vor.
Für mich bestätigen diese Analysen: Je mehr die Universal Search kommt, desto wichtiger ist es für Unternehmen, auch mit eigenem Videomarketing im Web präsent zu sein. Über die Suchergebnisse wird sich schon bald ein Druck aufbauen, auf den so manches Unternehmen hektisch reagieren dürfte.
Wie hatte Tober doch in einen älteren Beitrag zum gleichen Thema aus dem vergangenen Dezember so schön resümiert? „Also baut euch ein schallisoliertes Studio mit ner guten Cam und fangt an Videos zu produzieren.“ Wir von SightseekerMedien könnten da auch helfen
Add comment 28. Juni 2009
Service statt Content
Randnotizen vom heute zu Ende gegangenen Zukunftskongress Forward2Business in Halle
Zwei Tage, und wieder sind alle Kongressteilnehmer zufrieden. Trotz des gestrigen Regentags konnte der normalerweise (so auch heute) open air stattfindende Zukunftskongress „Forward2Business“ von Sven Gábor Jánsky wieder seine rund 200 Teilnehmer begeistern – diesmal zum Themenkomplex Störung/Grenzverletzung mit Schlagworten wie Rulebreaker, RuleMaker und RuleTaker.
Aus dem offiziellen Programm möchte ich nur drei Beiträge ansprechen, die meine Mühlen bewässerten. Zum einen die Präsentation Harald Blumenauers, ehemals Mitglied der Geschäftsleitung von Immobilienscout24 und 2007 mit seinem Grenzverletzer-Startup „iMakler“ gestartet. Was ist daran so besonders? Immobilienvermarktung zum Festpreis: für die Lowcost-Pauschale von 995,- € nimmt iMakler Immobilien in die Vermarktung auf, inklusive Besichtigung, Bewertung, Immopräsentation und Medienveröffentlichung etc. Transparente Leistung zum festen Preis – das schätzen auch immer mehr Immobilienverkäufer (und vor allem Käufer, die dann provisionsfrei erwerben!).
Ähnlich geht die Quirin Bank vor, auf dem Kongress vertreten von Kathrin Kleinjung (Leiterin Unternehmenskommunikation). Die Bank erbringt ihre Services in der Vermögensverwaltung nicht auf Provisionsbasis – alle erhaltenen Provisionen werden an den Kunden rückerstattet – sondern auf Basis einer Kombination aus Festpreismodell (75 € pro Monat) und Erfolgsbeteiligung. Läuft das Depot des Kunden nicht, gibts keine Erfolgsbeteiligung – andere Banken verdienen an jeder noch so unsinnigen Transaktion, die sie ihren Kunden reindrücken (besonders gern gesehene Kunden sind bei solchen Old-School-Banken die sogenannten „LEOs“ – Leicht Erreichbare Opfer…).
Regelmäßige Leser meines Blogs wird meine Begeisterung für diese beiden Modelle nicht wundern, schließlich bieten auch wir Videoproduktion zum günstigen Festpreis an und brechen damit einige Regeln, die bisher in der Bewegtbildproduktion galten.
Das dritte gute Laune Statement brachte Patrick Warnking, Head of Public, Media & Entertainment bei Google Deutschland. Es lautete kurz und knapp: Unternehmen kommen an einer Videostrategie nicht vorbei. Google-Trefferlisten, die nicht mehr nur Text, sondern auch Videofundstellen anzeigten (=universal search), seien nur noch eine Frage der Zeit. Und damit gehört neben dem textorientierten Suchmaschinenmarketing auch das Videomarketing als Pflichtfach in die Unternehmens- und Produktkommunikation. Also: Aufgewacht!!!
Forward2Business ist für mich der wohl kommunikativste Kongress in Deutschland (Kompliment an Sven Gábor Jánsky und seine Mitstreiter!), deshalb möchte ich auch ein Schlaglicht auf die Diskussionen abseits der Panels in kleinen Gruppen werfen. Was ist Content noch wert? Wie müssen Contentanbieter vom Verlag bis zur Nachrichtenagentur, vom Portal bis zum Verzeichnismedium reagieren?
Meine Gesprächspartner waren sich weitgehend einig in einer eher skeptischen Beurteilung des Werts von Contents – vielleicht mit Ausnahme eines „zertifizierten“ oder auch „trusted“ contents. Aber längst sind Tweeds, Blogger und Soziale Netze schneller als Nachrichtenagenturen, in der Regel umsonst und nahezu überall verfügbar. Wie sollen dagegen Geschäftsmodelle bestehen, die oft Stunden für die Aufbereitung, und zusätzlich viele Stunden, manchmal Tage, für Druck und Distribution benötigen? Und bei denen nur ein Bruchteil der Gesamtkosten dieses Systems der eigentlichen Informationsgewinnung und -verifizierung dient?
Die einzig allgemein akzeptierte Antwort hieß: Service. Service für Leser/Zielgruppe, aber auch verbesserte, vielleicht ganz neue Services für Inserenten. So manch heilige Kuh wird dabei geschlachtet werden (Tageszeitungen müssen täglich erscheinen, Telefonbücher müssen gedruckt werden, unser Content muss uns gehören – selbst die: Information und Werbung sind grundsätzlich zu trennen). Am Ende stehen vielleicht gattungsübergreifende Medienmarken, die gleichzeitig Text und Bewegtbild, Nachricht und Nachschlagen, Zielgruppenqualifikation und Kundenansprache bieten.
Ein derartiger Umbruch erschient vielen unvermeidlich. Deshalb sollten die Traditionsmedien schnell damit beginnen, das jetzige Geschäft zugunsten eines neuen zu zerstören – sonst werden am Ende sie selbst zerstört.
Add comment 17. Juni 2009
Öffentlichkeitsarbeit mit Video – funktioniert das? Und wie?!?
Anregungen in Sachen Video-PR für Firmen, die (noch) nicht im DAX sind
Für die Großen ist alles ganz einfach. Die sind doch eh dauernd in TV und Web präsent – und ihre größte Sorge ist, dass bei den Bildern aus der Produktion bloß nich die vorletzte Baureihe gezeigt wird…
Gut – ganz so einfach ist es auch für Großunternehmen nicht. Wenngleich durchaus nicht jedes seine Hausaufgaben gemacht hat und das nötige Arsenal an Bewegtbildmaterial vorhält, um den Journalisten in Anstalten, Sendern und Portalen die Arbeit leicht zu machen. Doch unzweifelhaft ist, dass es für große Unternehmen und Marken halt a bisserl einfacher ist, mal auf Sendung zu sein.
Doch der Mittelständler? Wer interessiert sich überhaupt für seine bewegten Bilder? Lohnt es sich, Öffentlichkeitsarbeit durch Bewegtbildangebote zu unterstützen?
Wenn Sie nicht gleich auf den Aufmacher der Tagesthemen hoffen, dann durchaus. Gerade mittelständische Unternehmen und ihre Produkt- und Serviceangebote haben viel umfassendere Optionen mit Video-PR, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Allerdings sollten sich die Verantwortlichen vorher klar machen, dass Öffentlichkeitsarbeit nicht Verbreitung von Werbespots ist, sondern die Schaffung von Präsenz für die eigenen Themen sowie im günstigen Falle die Herstellung eines positiven Bezugs zu ihrem Unternehmen und seinen Angeboten.
Doch so verstanden sind in Sachen Bewegtbild-PR (fast) alle Schleusen offen. Denn sehr viele Themen sind zwar in Texten – ob online oder offline – Tausende Mal durchgekaut. Aber Bewegtbildangebote, zumal jederzeit zugängliche, gibt es oft nicht.
Da jedes Produkt und jeder Service einen Nutzen oder ein Versprechen hat, lässt sich dieser in Bildsprache übersetzen und mehr oder weniger pointiert darstellen. Von „Wie lackiere ich meine Fingernägel?“ über „Die Quelle für Designinspiration“ bis „Vorsorgen ist besser als bohren“ – viele Themen lassen sich als Ratgeber, als Fallstudie oder Erfahrungsbericht hervorragend in einem kurzen Video darstellen. Wenn man der Versuchung widersteht, das eigene Unternehmen oder das genutzte Produkt in diesem Video 47mal in 74 Sekunden zu nennen und über den grünen Klee zu loben, dann hat man ein schönes Medium, das nun eine eigene „Öffentlichkeitskarriere“ beginnen kann.
Auf der Hand liegt natürlich die Einspeisung in die großen Videoportale. Wenn Ihr Beitrag tatsächlich nützlich und anregend ist, wird hier – entsprechende Betitelung, Teasertext und Verschlagwortung vorausgesetzt – von ganz alleine eine interessierte Öffentlichkeit entstehen.
Doch das ist bestenfalls das kleine Einmaleins. Schließlich geht es vor allem um ein Andocken an „interessierte Öffentlichkeiten“ – d.h. an die Medien, die sie konsumieren.
Bleiben wir zunächst im Internet. Gerade Fachportale, Newsfeeds und insbesondere Blogs bieten ein attraktives Umfeld für Ihr Bewegtbildangebot – und oft auch eines, das an Video interessiert ist. Denn Videos sind „Hingucker“, erhöhen die Verweildauer und bieten besonderen Nutzwert – das hat sich auch unter Fachverlegern und Bloggern herumgesprochen. Häufig jedoch scheuen sie die Investition in ein gutes Video – und da kann Ihr Beitrag aus der Patsche helfen.
Und dies gilt sinngemäß auch für lokale TV-Sender und Spartenkanäle. Viele von ihnen sind recht zugänglich, wenn es darum geht, halbwegs ins Programmkonzept passendes Material auszustrahlen.
Apropos Material: Muss es denn immer gleich ein ganzer Beitrag sein? Würde Ihnen nicht hier und da eine Schlüsselsequenz oder eine ausgewählte Szene auch in Ihr Kommunikationskonzept passen? Dann bieten sie diese doch an. Einziger Nachteil: Oft werden Bewegtbildproduktionen nicht von den Medien durchgeführt, auf denen sie gesendet werden. D.h. es ist nicht so leicht, Ihr Quellmaterial so zu platzieren, dass es von den „Beitragsmachern“ auch genutzt werden kann.
Drum machen Sie ruhig auf Ihrer Website in Ihrer Presserubrik sowie in Pressemitteilungen darauf aufmerksam, dass Sie auch über Video-Rohmaterial zum Unternehmen, Produkten und Prozessen verfügen. So ist die Chance hoch, dass „interessierte Kreise“ auch darauf zugreifen
Add comment 5. Juni 2009


