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Wird Flash zum Standard für Mobilevideo?
Adobe gibt Gas, um die nächste digitale Bioshäre für Flash zu erobern: mobile Endgeräte
Im Umfeld des kürzlich in Barcelona ausgerichteten Mobile World Congress kündigte Adobe Maßnahmen an, die Flash als Standard für Handies und Smartphones etablieren dürften. Damit entfallen mittelfristig Barrieren, die heute noch die Portierung von Video auf oft Dutzende von Endgeräten zum wirtschaftlich unattraktiven Unterfangen werden lassen.
Adobe wll einerseits eine neue Distributionsmethode für Flash Lite (dem mobilen Flash) und entsprechende Applikationen anbieten. So soll Entwicklern die leichtere Portierung ihrer Anwendungen auf die Endgeräte der Nutzer bei gleichzeitiger Verbreitung der neuesten Flashversionen gelingen. Das System kann bereits mit Windows Mobile und Nokia S60 Geräten getestet werden.
Zum anderen tun Adobe und Nokia 10 Mio. US$ in den Topf, um Entwickler zu fördern, die Nokia-kompatible Flash- oder AIR-Anwendungen prgrammieren.
Nokia, Windows Mobile, Palm – die mobile Flash-Allianz bringt sich in Stellung. Ein kurzer Blick ins „stationäre“ Web genügt, um zu erkennen, dass Video im Web ohne Flash noch im digitalen Mittelalter wäre – ob YouTube und Epigonen, ob Webrabdios oder IPTV: Flash ist allgegenwärtig. So überzeugend Quicktime technisch sein mag – Flash ist halt der Igel („Ik bin all da“), der listiger als der schnelle Hase ist.
Deshalb bin ich überzeugt davon, dass Flash als Standard bei mobilen Devices ein wichtiger Katalysator bei der Nutzung und Verbreitung von Videos sein wird – viel wichtiger als das iPhone. Das iPhone hat zweifelsohne vorgemacht, wohin die Reise gehen kann – wenn sich Apple aber weiterhin Flash verweigert, dürfte die Karawane am Ende ohne Apple weiterziehen.
1 comment 25. Februar 2009
Bewegtbild-PDF – die künftige Speerspitze der Videowerbung?
Das für Ende Juni angekündigte neue Release von Acrobat bettet Videos in PDF-Dokumente ein – eine neue Basisanwendung der Online Videowerbung
Banken tun es, die T-Kom tut es, Lufthansa und der ADAC tun es – wann immer man einen Kontoauszug oder eine Rechnung aus diesem Haus bekommt, liegt ein kleiner Flyer mit aktuellen Angeboten oder neuen Services mit im Brief.
Mit PDF-Anhängen an Standardmails sind die Unternehmen bisher zurückhaltender – erfüllt ein Link auf die eigene Website schließlich die gleiche Funktion. Doch Video auf den Websites schränken leider nach wie vor die Reichweite ein – zu sehr sind häufig vor allem betrieblich genutzte Rechner abgeschottet, zu eingeschränkt die Möglichkeiten vieler Angestellter, Videobeiträge abzurufen.
Das neue Adobe Acrobat Pro Extended – die Veröffentlichung ist für Ende Juni, Anfang Juli angekündigt – könnte eine Bresche in die undurchlässigen Firewalls schlagen, zumindest in jene, die PDF-Dokumente durchlassen. Denn die neue Version des Dauerbrenners für Dokumentenaustausch kann nun auch Videos einbinden, die beim Adressaten ohne weitere Hilfsprogramme abgespielt werden können.
500 Millionen Menschen weltweit – so Adobe – tauschen Acrobat-Dokumente aus. Damit haben PDF-Dokumente eine der größten technischen Reichweiten innerhalb des Web.
Und deshalb sollten Video-PDFs Vorreiter für ganz neue Präsentationsformen werden. Von Werbeanhang an Emails, mit dem das Produkt des Monats vorgestellt wird, bis zur lebendigen Kurzvorstellung des Absenders – hallo, ich bin Fritzchen Müller, und möchte mich kurz vorstellen, bevor ich Ihnen was verkaufe…
Add comment 17. Juni 2008
Kennt noch irgendjemand dieses „Desktop-Publishing“?!?
Aldus Manutius, Namenspatron der Aldus Corporation, die mit dem Produkt „PageMaker“ das „DTP“ erfand
Man merkt, dass man alt wird, wenn man von einst innovativen Techniken erzählt, die heute kein Schwein mehr kennt. Verbreitete, lang genutzte Techniken wie das Telex erinnert man immerhin noch aus verstaubten Agentenfilmen – aber das „Desktop Publishing“?
Das war vor gut zwanzig Jahren unter Techies der letzte Schrei. Apple schrammte mal wieder an der Pleite vorbei, und ein Nischenunternehmen namens Adobe hatte eine Seitenbeschreibungssprache namens „Postscript“ erfunden. Ein (schwarzweiß druckender) Laserdrucker kostete 24.900 DM (früher war halt nicht alles besser!). Und ein Startup namens Aldus, später von Adobe übernommen, verkaufte „Desktop Publishing Software“.
Was das zum Teufel nun war? Ein Layoutprogramm. So etwas wie InDesign oder XPress, nur eben in kleinsten Kinderschuhen. Aber die Versprechen waren groß: Mit „Desktop Publishing (DTP)“ würde jede Sekretärin zum Gestalter, jeder Manager zum Gutenberg. Ich geb ja zu: Solchen Senf haben wir in der Erstausgabe unserer Zeitschrift PAGE damals auch verbreitet. Aber zum Glück haben wir schnell gelernt…
Warum ich von diesem alten Quark erzähle? Weil ein US-Startup namens EZ show mit ähnlichem Unsinn daher kommt. EZ Show soll vielleicht so etwas wie „Ads show“ heißen, handelt es sich doch bei der Firma um ein Portal, in dem jeder hoffnungsfrohe Kleinunternehmen webgestützt seine Videowerbung zusammen basteln kann. Ganz einfach in vier Schritten: Musik und Ton auswählen, Bilder und Video auswählen, alles fein zusammen basteln und am Ende der ganzen Welt zu Füßen legen. Ihr Spielberge der Onlinewerbung, kommet zuhauf!
Wie glaubwürdig EZ Show das eigene Konzept findet, zeigen die eingestellten Beispielvideos – die sind nämlich ganz professionell gemacht. Muss ja, denn die sind, wie an vielen Bilddetails erkennbar, von Profis gemacht. Und vermutlich auch geschnitten, denn ein Profi wird sich eher an Final Cut, Avid oder auch Premiere setzen, als auf ein Webportal zu warten.
Denn wie ging’s weiter mit dem Desktop Publishing? Richtig: Ganze Industrien starben aus. Schriftsetzer, Lichtsatz, Lithoanstalten – heute eine Nebenabteilung im Museum für Arbeit. Dafür gibt es plötzlich jede Menge Kommunikationsdesigner. Pfiffige, gut ausgebildete Allrounder, die wissen, wie man ein Foto retuschiert, Seiten (gedruckt wie im Web) gestaltet und ihnen mit Schriften und Grafik ein eigenes Gesicht gibt.
Leider kenne ich keine Statistken, wieviel Menschen z.B. in der nahezu „ausgestorbenen“, kapitalintensiven Druckvorstufe vor rund 20 Jahren beschäftigt waren. Aber das allein hierzulande Hunderttausende junger Kommunikationsdesigner mit dem ihr Geld verdienen, was einmal Desktop Publishing hieß, kann man nicht von der Hand weisen. Und sie bieten damit professionelle Services auch all jenen, die Ihr Geld aus gutem Grund besser mit Haare schneiden, Unternehmen beraten oder Häuser bauen verdienen.
Was wird also aus EZ show? Ich vermute: Nix. Aber aus den vielen Jungen Leuten, die sich heute für Bewegtbild, den Umgang mit Menschen und einen spannenden Beruf interessieren, werden viele engagierte Videoproducer und Videojournalisten. Und die stellen einst eine Branche, die ungefähr so groß ist, wie der Mediengestalter heute.
(Schönes Schlusswort, aber ein bisschen gelogen. Denn eigentlich sind’s auch Mediengestalter, nur eben anders.)
Add comment 18. Mai 2008




