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Blackberry vs. Apple
Warum lange reden, wenn man’s auch im bewegten Bild ausdrücken kann? Fragt sich Smartphone-Klassiker Blackberry und schießt sich ein auf Apples iPhone…
Add comment 8. März 2009
Kennt noch irgendjemand dieses „Desktop-Publishing“?!?
Aldus Manutius, Namenspatron der Aldus Corporation, die mit dem Produkt „PageMaker“ das „DTP“ erfand
Man merkt, dass man alt wird, wenn man von einst innovativen Techniken erzählt, die heute kein Schwein mehr kennt. Verbreitete, lang genutzte Techniken wie das Telex erinnert man immerhin noch aus verstaubten Agentenfilmen – aber das „Desktop Publishing“?
Das war vor gut zwanzig Jahren unter Techies der letzte Schrei. Apple schrammte mal wieder an der Pleite vorbei, und ein Nischenunternehmen namens Adobe hatte eine Seitenbeschreibungssprache namens „Postscript“ erfunden. Ein (schwarzweiß druckender) Laserdrucker kostete 24.900 DM (früher war halt nicht alles besser!). Und ein Startup namens Aldus, später von Adobe übernommen, verkaufte „Desktop Publishing Software“.
Was das zum Teufel nun war? Ein Layoutprogramm. So etwas wie InDesign oder XPress, nur eben in kleinsten Kinderschuhen. Aber die Versprechen waren groß: Mit „Desktop Publishing (DTP)“ würde jede Sekretärin zum Gestalter, jeder Manager zum Gutenberg. Ich geb ja zu: Solchen Senf haben wir in der Erstausgabe unserer Zeitschrift PAGE damals auch verbreitet. Aber zum Glück haben wir schnell gelernt…
Warum ich von diesem alten Quark erzähle? Weil ein US-Startup namens EZ show mit ähnlichem Unsinn daher kommt. EZ Show soll vielleicht so etwas wie „Ads show“ heißen, handelt es sich doch bei der Firma um ein Portal, in dem jeder hoffnungsfrohe Kleinunternehmen webgestützt seine Videowerbung zusammen basteln kann. Ganz einfach in vier Schritten: Musik und Ton auswählen, Bilder und Video auswählen, alles fein zusammen basteln und am Ende der ganzen Welt zu Füßen legen. Ihr Spielberge der Onlinewerbung, kommet zuhauf!
Wie glaubwürdig EZ Show das eigene Konzept findet, zeigen die eingestellten Beispielvideos – die sind nämlich ganz professionell gemacht. Muss ja, denn die sind, wie an vielen Bilddetails erkennbar, von Profis gemacht. Und vermutlich auch geschnitten, denn ein Profi wird sich eher an Final Cut, Avid oder auch Premiere setzen, als auf ein Webportal zu warten.
Denn wie ging’s weiter mit dem Desktop Publishing? Richtig: Ganze Industrien starben aus. Schriftsetzer, Lichtsatz, Lithoanstalten – heute eine Nebenabteilung im Museum für Arbeit. Dafür gibt es plötzlich jede Menge Kommunikationsdesigner. Pfiffige, gut ausgebildete Allrounder, die wissen, wie man ein Foto retuschiert, Seiten (gedruckt wie im Web) gestaltet und ihnen mit Schriften und Grafik ein eigenes Gesicht gibt.
Leider kenne ich keine Statistken, wieviel Menschen z.B. in der nahezu „ausgestorbenen“, kapitalintensiven Druckvorstufe vor rund 20 Jahren beschäftigt waren. Aber das allein hierzulande Hunderttausende junger Kommunikationsdesigner mit dem ihr Geld verdienen, was einmal Desktop Publishing hieß, kann man nicht von der Hand weisen. Und sie bieten damit professionelle Services auch all jenen, die Ihr Geld aus gutem Grund besser mit Haare schneiden, Unternehmen beraten oder Häuser bauen verdienen.
Was wird also aus EZ show? Ich vermute: Nix. Aber aus den vielen Jungen Leuten, die sich heute für Bewegtbild, den Umgang mit Menschen und einen spannenden Beruf interessieren, werden viele engagierte Videoproducer und Videojournalisten. Und die stellen einst eine Branche, die ungefähr so groß ist, wie der Mediengestalter heute.
(Schönes Schlusswort, aber ein bisschen gelogen. Denn eigentlich sind’s auch Mediengestalter, nur eben anders.)
Add comment 18. Mai 2008



