Beiträge getaggtOnline Videowerbung

Video verdoppelt Verweilzeit bei Onlineanzeigen

Zählt wirklich immer nur die CTR? Die internationale Crossmedia-Agentur Eyeblaster siehts anders. Und findet gewichtige Argumente für den Einsatz von Video in Onlineanzeigen.

Vor dem Hintergrund, dass Klickraten (CTR = click through rate) in den vergangenen Jahren immer mehr zurück gehen, stellte sich die internationale Crossmedia Agentur Eyeblaster die Frage, ob CTRs der alleinige Maßstab für die Beurteilung von Onlineanzeigen sein sollten. Schließlich ist das Internet das einzige Medium, bei dem mit dieser Elle gemessen werden kann – bei TV, Print oder Hörfunk sind es Reichweiten und Aufmerksamkeit, die in die Waagschale geworfen werden.

Folglich ging es Eyeblaster um Aufmerksamkeit. Hatte doch Comscore kürzlich ermittelt, dass Onlinenutzer, die zuvor Displayanzeigen eines Herstellers im Internet gesehen haben, im Folgemonat 50% mehr Zeit auf seiner Website verbringen und sich auch 50% mehr Seiten in seinem Webauftritt anschauen.

Eyeblaster untersuchte für diese Studie 42 Milliarden „rich media impressions“ in diversen Formaten rund um den Erdball. Die von September 2008 bis März 2009 erhobenen Daten wurden hinsichtlich der Zeit, da die Maus des Nutzers über eine Anzeige stand, hinsichtlich der Betrachtungsdauer eines vom Nutzer gestarteten Videos oder anderen nachvollziehbaren Interaktionsformen mit der Anzeige ausgewertet.

Die wichtigste Aussage: Es ist rund 25mal wahrscheinlicher, dass sich Anwender vorsätzlich mit einer Anzeige beschäftigen, als das darauf klicken.

Und die aus unserer Sicht wichtigste Aussage: Ein Video erhöht die mit der Onlineanzeige verbrachte „vorsätzliche“ Rezeptionszeit um 200% in den USA und immerhin noch um ca. 100% im Rest der Welt. Diesen Unterschied begründen die Autoren mit der bereits fortgeschrittener Videorezeption in den USA und vermuten, dass andere Region nachziehen werden.

Unsere eigenen Erfahrungen bei SightseekerMedien, etwa mit den Rezeptionserfolgen unserer Videovisitenkarte, belegen diesen Trend. Verglichen mit reinen Textanzeigen oder auch gestalteten Bannern sind Mouse-Over-Raten, aber auch Abspielraten und letztlich die Click-through-Rates bei eine Videoanzeige um ein Vielfaches höher.

Add comment 26. Juli 2009

Onlinevideowerbung – von der Mehrheit der Nutzer akzeptiert

Die aktuelle W3B-Studie belegt die Akzeptanz von Videowerbung im Web

Was für den Anwender umsonst ist, muss dennoch von irgendjemandem finanziert werden – das versteht offenbar auch die Mehrheit der Videonutzer im Web. So kommt die aktuelle W3B-Studie des Internet-Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Fittkau & Maaß zu dem Ergebnis, dass 58% der deutschen Internet-Nutzer Online-Videowerbung akzeptiert.

41,8% wünschen sich den Werbebeitrag vor, 13,9 nach und nur 2 % während des ausgewählten Videos. 26,1% würden auf das Betrachten des Videos verzichten, wenn im Gegenzug Werbung abgespielt würde. Wer regelmäßig Onlinevideos schaut, ist Werbung gegenüber aufgeschlossener – hier beträgt der Verweigereranteil nur ein Sechstel.

Nur 16% der Nutzer würden mehr als 20 Werbesekunden akzeptieren – das Gros wünscht Werbung von maximal 5 Sekunden (28,1%), max. 10 Sekunden (27,9%) oder max. 15 Sekunden (17%).

Den unkreativen Werbern, die schnell mal TV-Spots ins Web portieren, geben die User klar Paroli: Rund zwei Drittel der Internet-Nutzer möchten speziell für das Internet gemachte Video-Werbung.

Add comment 26. März 2009

Onlinevideomarketing – so steigt man als KMU am besten ein

Viele Wege führen zum eigenen Videobeitrag. Welcher ist für Klein- und Mittelbetriebe der beste?

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Noch vor zwei Jahren war es für kleine und mittlere Unternehmen nahezu unmöglich, ohne Schwarzarbeit oder einen befreundeten Videoproduzenten ein ordentliches Video-Kurzportrait über die eigene Unternehmung für unter 1.000 Euro fertigen zu lassen. Heute kann man derartige Beiträge für dreistellige Budgets von Verzeichnismedien wie Telefonbuch- und GelbeSeiten-Verlagen, (Branchen-)Portalen und Suchmaschinen wie Wer liefert Was?, durch lokale TV-Stationen oder durch neuartige Videoproduzenten wie unser Unternehmen SightseekerMedien produzieren lassen.

Welcher Weg ist der Beste? Wie so oft, sollten Sie sich zunächst über Ihre Ziele klar werden, bevor Sie dies entscheiden können. Qualitativ haben diese Produktionen zumeist ale ein ähnliches Niveau. So sind es oft auch nicht die produktionsspezifischen, sondern eher die auf die spätere Verwendung abzielenden Aspekte, in den sich die Produktionen unterscheiden.

• Brauchen Sie eine Videoproduktion nur für einen definierten Zweck (Eintrag in Das Oertliche o.ä.), oder wollen sie damit umfassend und auf diversen Portalen werben?
• Haben Sie besondere technische Anforderungen (Aufführung auf Messen, bei Tagen der offenen Tür) und brauchen Sie z.B. eine für Großbildprojektionen optimierte Qualität?
• Wollen Sie kostengünstig erste Erfahrungen sammeln oder haben Sie bereits so etwas wie eine eigene „Bewegtbildstrategie“?

Der wahrscheinlich kostengünstigste Einstieg sind die Produktionen, die Sie bei Verzeichnismedien im Rahmen von Jahresbuchungen in Auftrag geben können. Diese sind häufig Bestandteil von Paketen, die – je nach Medium – zwischen 50 und 100 € pro Monat zu haben sind. Der große Vorteil: Sie haben gleich eine Jahrespräsenz in einem relevanten Onlineverzeichnis wie den GelbenSeiten oder Wer liefert Was? dabei. Häufig sind die Verlage, die diese Paketangebote geschnürt haben, auch großzügig, was die weiterführende Nutzung dieses Videos zum Beispiel auf Ihrer Unternehmenswebsite oder andere hauseigene Zwecke angeht. Gar nicht, schwieriger oder nur gegen Aufpreis zu haben sind hingegen Nutzungen auf anderen Portalen oder im Fernsehen.

Wer ins Onlinevideomarketing einsteigt, will all dies vielleicht ja auch gar nicht. Dann ist auch das 30sekündige Standardformat eine prägnante Form, um sich und seine Leistungen vorzustellen – und die knapp zweistündige Produktion eine gute und überschaubare Möglichkeit, in dieses neue Medioum und seine Erstellung reinzuriechen.

Wer einen ausführlicheren Beitrag wünscht oder z.B. höhere technische Qualität für die spätere Aufführung auf Beamern oder HD-Displays braucht, kann dies übrigens auch bei einigen der Verzeichnismedien als Add-on buchen. Auch mit diesen Aufpreisen sind die Produkte häufig die kostengünstigsten am Markt.

Wer jedoch von vorneherein davon ausgeht, vielleicht sogar mehrere Beiträge in unterschiedlichen Längen und für eine Vielzahl von Medien zu produzieren und zu optimieren, wird sich in den vorgenannten Paketen nicht unbedingt wiederfinden. Dann empfiehlt sich die direkte Beauftragung etwa bei SightseekerMedien oder einer anderen Produktion, die sich sowohl mit den mittellangen (ca. 1:30 bis 3 Minuten) als auch den kurzen 30sekunden Formaten auskennt. Diese Lösung ist allein deswegen etwas teurer, weil die Bundle-Rabatte der platzierenden Verlage wegfallen – sie ist aber flexibler, weil so die Nutzung für alle Zielmedien sichergestellt werden kann.

Immer häufiger bieten auch lokale Fernsehsender diese Kurzproduktionen ihren Kunden an. Auch hier sollten Sie im Vorfeld die späteren Nutzungsrechte und die technische Qualtät abklären – viele Lokal-TV-Anbieter haben sich in ihrer Ausrüstung voll am „klasischen“ Fernsehen orientiert und können deshalb HD/HDV-Formate nur gegen erhebliche Aufpreise anbieten.

Wei auch immer Sie sich entscheiden – nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, darüber nachzudenken, was sie von einem solchen Video erwarten und wie sie es in den kommenden 12 Monaten einsetzen wollen. Denken Sie nicht für die Ewigkeit, sondern orientieren Sie sich an der Marketingplanung für das kommende Jahr. Dann sind Sie der „richtigen“ Entscheidung schon ein ganzes Stück näher ;-)

Add comment 2. März 2009

YouTube: Immer mehr Erfolg mit Videowerbung

YouTube verkauft mehr Videowerbung an eine größere Zahl namhafter Inserenten

Wird sich die YouTube-Akquisition für Google je in Wert setzen? fragen sich auch Jahre nach dem Deal Kommentatoren und Analysten. Doch das Bohren dicker Bretter scheint sich für den Suchmaschinengiganten zunehmend auszuzahlen.

Wie Rory Maher von PaidContent unter Bezug auf den Piper-Jaffray-Analysten Gene Munster berichtet, steigt bei YouTube die Zahl der Verkäufe bei Instream-Videowerbung. Gleichzeitig gewinnt YouTube weitere „Big Player“ unter den Werbetreibenden.

Bei den Vergleichen einer Februarwoche mit den Vormonaten zeigt sich folgender Trend:
• 72 Prozent der gezeigten Videoads waren In-Videostreams – verglichen mit 52 Prozent im Januar und 63 Prozent im Dezember.
• Zu den neuen Inserenten gehörten z.B. Verizon, Adidas, Xbox, Disney, Kraft und Chevy.
• 12 der Top100-Videos waren als Promotion gekennzeichnet, darunter welche von Mercedes-Benz und Microsoft.
• 29 Prozent der Videos zeigten Videowerbung versus 25 Prozent im Januar und 30 Prozent im Dezember.

Einhergehend mit dem Angebot kostenpflichtiger Videodownloads scheint es, dass YouTube doch nach und nach Erlösquellen rund um seine Bewegtbilddominanz aufbaut…

1 comment 22. Februar 2009

Nix Neues bei NewTV

Der Hamburger newTV-Kongress am 19. 2. 09 enttäuschte viele Teilnehmer

In Hamburg hat man ein schönes, plakatives Wort für diese ganze IPTV, WebTV und Wie-auch-immer-Digital-TV gefunden: „newTV“. Dafür hat der seit Jahren aktive und sehr fleißige Förderverin der neuen Medienwirtschaft – der Hamburg@work e.V. um Uwe Jens Neumann – eine eigene Fachgruppe mit über 250 Teilnehmern und breit gefächtern Aktivitäten aufgestellt. Es gibt innovative Förderprogramme vom Senat mit bis 100.000 € Projektförderung, Fachgruppen, Kommunikation, Austausch und Beratung.

Umso bedauerlicher, dass der newTV-Kongress vom 19.2., der Akzente für die junge Branche setzen sollte, in den Augen vieler Teilnehmer die Erwartungen nicht erfüllte. Vielleicht hatte man diesmal einfach kein Glück mit Referenten, die von unverhohlenen Eigenwerbevorträgen bis zu schlecht präsentierten oder inhaltsarmen Vorträgen alles das im Gepäck hatten, was man als zahlender Teilnehmer eben nicht unbedingt hören will.

Vielleicht ist nach knapp zwei Jahren Sondieren, Ausprobieren und Philosophieren bei vielen Insidern die kühne Phantasie einer nüchternen Einschätzung gewichen, wie z.B. bei Klaus Ebert von AS Digital TV, der in Sachen Inhalt und Prösentation zwar zu den löblichen Ausnahmen des Kongresses zählte. Aber auch er äußerte sich weniger strategisch/perspektivisch als eher operativ, Tenor: „Wir verdienen zwar noch kein Geld, aber ich bin sicher, in ein bis zwei Jahren werden wir es tun“. Dafür ist eine klare Herausforderungen zu meistern, und die ist mit einem Wort beantwortet: REICHWEITE. Eine kleine Andeutung zu den Überraschungen von morgen machte er dann doch – anscheinend will man die kreativen Ergebnisse aus der jüngsten Bild.de-Akion, in der die Leser aufgerufen waren, eigene Markenwerbspots zu gestalten, demnächst mal auf ebay versteigern – man darf gespannt sein.

Ein kleines Highlight war immerhin die Diskussionsrunde „Going newTV – who pays the bill?: Monetarisierungsstrategien und Geschäftsmodelle für Bewegtbildinhalte“ mit den Teilnehmern Ingo Wolf von GRID-TV, Frederic Komp von BRAINPOOL, Jean-Pierre Fumagalli von smartclip und Peter Christmann als Beirat und Berater von stream5.

Zwar hatte auf die gestellte Grundfrage niemand so recht was zu sagen, aber immerhin kamen ein paar bedenkenswerte Statements auf den Tisch. Ein paar davon klangen ungefähr so:
• „Die Unternehmen sollten nicht als erste die Frage nach Monetarisierungs-, sondern erstmal nach ihrer Produktstrategie stellen“ (Jean-Pierre Fumagalli);
• „Sowohl auf Anbieter als auch auf Kunden-/Nachfrager-Seite prägt das urspüngliche Geschäftsmodell des agierenden Unternehmens seine Aktivitäten im newTV – es fehlen oft die wirklich passenden Inhalte“ (also: ein Verlag agiert zunächst mal wie ein Verlag, ein Autohersteller wie ein Markenunternehmen etc., kaum einer wie ein dem newTV verpflichteter Anbieter – Ingo Wolf);
• Und Peter Christmann hob zum big picture an: Er sieht keinen Weg zurück – die „Gesellschaft audiovisualisert sich“ – trotzdem sieht er uns noch im „Neolithikum des Videomarketings“.

Nun – seit der Jungsteinzeit sind gut 7500 Jahre vergangen. In denen gab es auch nicht jedes Jahr einen Kongress zum Fortgang der Menschheitsgeschichte. Vielleicht verdient auch das newTV einfach mal etwas Zeit, in der jeder seinen Job macht und in der das Operative und nicht das Perspektivische im Vordergrund steht. Und dann reicht ein Get-together, damit man mal einen Kaffee zusammentrinkt und die üblichen Verdächtigen trifft – es muss ja nicht gleich ein eigener Kongress sein.

Add comment 21. Februar 2009

Videomarketing in Zeiten der Krise

Welchen Stellenwert kann Videomarkting einnehmen, wenn die Wirtschaft unter Druck gerät?

Budgets werden eingefroren, Kampagnen gestoppt, die Planungen für 2009 reduziert – turbulente Börsen und restriktiven Banken fordern ihren Tribut. Werbetreibende aller Größenordnungen überprüfen ihre Ausgaben, viele verordnen vorsorglich strikten Sparkurs. Wie stark ist, wie starke sollte Videomarketing davon betroffen sein?

Betrachten wir zunächst die Videowerbung, die kurzen Clips, die vor, nach und teilweise auch als Overlay über Videos patziert werden, die sich Nutzer im Web ansehen. Hier haben die deutschen Mediaagenturen bisher nur sehr vereinzelt vom spezifischen Potential dieses Mediums profitiert, durch gezielte Belegung und Definition klarer Werbeumfelder sehr spitz (und damit effektiv) Zielgruppen anzusprechen. Meines Erachtens haben gerade in schwierigen Zeiten Betreiber von hochwertigen (weil redaktionell geprägten) Onlinevideoportalen wie spiegel.de, stern.de, brigitte.de oder auch bild.de, die Chance, Werbetreibenden die im Vergleich zu anderen Werträgern günstigen Leistungen und Reichweiten zu vermitteln.

Noch positiver sehe ich jedoch Onlinevideomarketing, das über diese Form der Videowerbung hinausgeht. Denn Klein- und Mittelbetriebe, die nun den Werbeeuro zweimal umdrehen, werden schnell erkennen, dass er für einen eigenen Videobeitrag sehr gut angelegt ist:

• Hohe Informationstiefe: Getreu dem Motto „ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ bekommt der Betrachter eine sehr viel höhere, vielschichtigere Informationsdichte als bei den meisten anderen Medien – von der Broschüre bis zum Webautritt. Dass muss keineswegs immer die pure Sachinformation sein (z.B. Gründungsdatum des Unternehmens, Mitarbeiterzahl oder Leistungsdaten). Oft sind es eher subjektive Eindrücke (Sympathie des Auftretenden, Stil der Einrichtung, Frische, Modernität).

• Universelle Verwendbarkeit: Ein Videobeitrag kann sehr vielfältig genutzt werden, deshalb setzen sich auch die Herstellungskosten vielfältig in Wert. Von der Platzierung auf der eigenen Homepage über die Nutzung im Schaufenster oder auf Messen bis zur Integration ins ein PDF-Dokument, das bei allen Akquisitions- und Angebotmails angehängt wird. Aber auch zur klassischen Kundengewinnung kann so ein Video taugen – etwa durch Ausstrahlung im Lokalfernsehen, der Platzierung in den Online-Angeboten der GelbenSeiten und Telfonbuchverlage, auf regionalen Websites und der gegenseitigen Platzierung auf „befreundeten“ Websites.

• Responseorientierung: Ideal ist es, sein Onlinevideo so zu platzieren oder so zu gestalten, dass eine schnelle Reaktion potentieller Kunden (per Email oder Telefon) möglich ist. Denn dann registriert man unmittelbar den Erfolg dieser Maßnahme.

• (Nicht zuletzt:) Kostengünstige Erstellung. Viele GelbeSeiten und Telefonbuchverlage erstellen ihren Kunden ein 30sekündiges Onlinevideo gratis im Rahmen einer Online-Jahresplatzierung in den entsprechenden Onlineverzeichnissen für ca. 600 €. Bei SightseekerMedien ist ein Basisportrait, das vom Kunden universell verwendet werden kann, ab 499 € (plus 95€ Spesen) zu haben. Das belegt: Ein Onlinevideo, dass über Jahre hinweg genutzt werden kann, kostet in etwa soviel wie die einmalige Schaltung einer mittleren Formatanzeige in Tageszeitung oder Zielgruppenzeitschrift.

Wer kühl rechnet und sich überlegt mit den Möglichkeiten des Onlinevideomarketings auseinandersetzt, wird an diesem Medium kaum vorbei kommen. Wer die vorhandenen Beispielen auf das eigene Geschäft überträgt, wird sich vielleicht sogar in schweren Zeiten ein wenig für eine neue (Selbst-)Darstellungsform begeistern.

Add comment 12. Oktober 2008

Verlage in Bewegung?

Die VDZ Zeitschriften Akademie lud zum Expertenforum „Erfolgreich im Internet mit WebTV und Video“

Am Vormittag schien die Verlegerwelt im Hamburger Atlantik-Hotel noch in Ordnung. Zunächst schilderte Ralf Klassen, Leiter Digital-TV bei stern.de, die stürmische Entwicklung der monatlichen Videoabrufe allein auf seiner Plattform – in weniger als einem Jahr von 60.000 auf ca. 2 Millionen im August 08. Fast versonnen ließ er Höhepunkte des letzten WebTV Jahres Revue passieren – so der Hamburger Beinahecrash eines Verkehrsflugzeugs. Ein Webvideo, dass – obwohl noch nicht in den Nachrichten der klassischen Medien aufgegriffen – an einem Sonntag (!) bei stern.de 150.000 Abrufe erreichte.

Trotz weniger kritischer Anklänge auch gegenüber dem Trendmedium Video („User kommen nicht auf unsere Seite, um fernzusehen. Aber sie nehmen Fernsehen mit“) war bis hierhin die Bewegtbild-Verlegerwelt noch in Ordnung. Auch wenn sie sich im Gros der Vorträge für meinen Geschmack zu sehr an Publikumsmedien, zu sehr am „klassischen“ Fernsehen und am unvermeidlichen prerollpostroll Mediaverständnis orientierte. Kein Wunder, dass in diesem Zusammenhang auch die fast gegen Null tendierende (Nielsen-)Zahl von nur 3 – 5 Mio. € Mediaausgaben für deutsche Onlinevideowerbung im vergangenen Jahr kursierte (da werden z.B. die GelbenSeiten kaum mit drin sein – aber was machen die denn, wenn nicht Videowerbung?!?).

Wasser in den ohnehin recht dünnen Umsatzwein goss mit kritisch-konstruktiven Anregungen („Die Verlage verramschen sich selbst“) vor allem IDG-Deutschland-Boss York von Heimburg. Deutschland sei das Land, in dem die Internetpreise am stärksten verfielen, und so prognostizierte er für das kommende Jahr halbierte TKPs für Onlinevdeos von rund 25 €, mittelfristig gar nur 5 – 10 €. In der Fachkommunikation, so Stefan Eiselein, Leiter der Vogel Future Group, sei das Umfeld deutlich einfacher, da die User üblicherweise ein starkes Informations-, häufig sogar Kauf-/Investitionsinteresse hätten. Wobei gerade hier das „Reaktionsmedium Internet“ (von Heimburg) stark profitieren kann, wie sein Haus auf herstellerbezogenen Microsites mit Webcasts und produktbezogenen Videos unter Beweis stellt. Für die dort generierten Leads „zahle die Industrie extrem gut“.

Schade, dass andere Diskutanten diese transaktionsorientierten Refinanzierungsgedanken kaum aufgriffen. Aber wie gesagt – das dominante Businessmodell des Tages war eher dem Fernsehen entlehnt (Verleger, habt Ihr das wirklich nötig?!?).

Am Nachmittag klangen nach einem optimistischem Auftakt des Onlinevideo-Senkrechtstarters Axel Springer, vorgetragen von Klaus Ebert (GF Axel Springer Digital TV), zunehmend nachdenkliche Töne durch den Raum. Fried von Bismarck, Verlagsleiter des Spiegel und Geschäftführer von Spiegelnet und Spiegel TV, brachte ehrliche Zahlen aufs Tapet: 3,8 Mio € Investment für Onlinevideocontent in einem Jahr, plus eine Mio Streamingkosten – bei rund 800.000 € Videoerlösen. Und das in Krisenzeiten, in denen das verlegerische Stammgeschäft nahezu schlagartig unter Druck gerät – ein Fakt, den alle vor Augen hatten, aber nur wenige deutlich auf den Punkt brachten.

So hielt auch Susanne Matthiesen, Geschäftsführerin des dpa audio- und videoservice, mit ihren Sorgen nicht hinter dem Berg. Wie solle angesichts ins Bodenlose sinkender TKPs Videocontent noch angemessen refinanziert werden? Schon heute koste ein Videobeitrag oft weniger als ein Pressefoto – eine schlichtweg absurde Situation, sind doch die journalistischen Anforderungen an VJs extrem hoch. So hoch, dass „bei uns keiner älter sein kann als 28″…

Was bleibt als Eindruck dieses mit über 100 Teilnehmern gut besuchten Forums? Es wird allerhöchste Zeit, dass Verlage lernen, dass sie nicht Fernsehen machen. Dass die Businessmodelle des Fernsehens – von der Produktion bis zu den Erlösmodellen – nicht greifen, denn auch dieses „Leitmedium“ steht zusehends auf tönernen Füßen.

Verlage, besinnt Euch auf Eure Kernkompetenz – schafft Glaubwürdigkeit und Zielgruppenzugang, bringt Kommunikation zwischen Anbietern und Nachfragern in Gang und nehmt dafür Euren gerechtfertigten Anteil. Ob Ihr dies mit Zeitschriften, Webauftritten, Messen oder verstärkt mit Videoproduktionen macht, ist für den Kunden nicht entscheidend – entscheidend ist, dass Ihr Eurer Aufgabe gerecht werdet. Das geht hervorragend mit Onlinevideos. Und wer jetzt darüber nachdenkt, wie diese Videos dann ausehen müssen, der ist auf dem richtigen Weg ;-)

Add comment 9. Oktober 2008

Onlinevideomarketing vs. Onlinevideowerbung – es fehlt an Trennschärfe!

Es wird Zeit, präziser zu formulieren, um ein besseres Bild vom vom Markt zu bekommen

Vermutlich ist es normal, dass neue Dinge zunächst mal mit Althergebrachtem identifiziert werden. Unser heute allgegenwärtiges Automobil wurde zunächst als „Motorkutsche“ (Foto oben Daimlers Motorkutsche von 1886, Foto: Enslin) oder „Motorwagen“ in die Welt gesetzt.

In der Onlinewelt verhält es sich in Sachen Videowerbung oder Videomarketing meines Erachtens derzeit ähnlich wie im Automobilbau des Vor-Vorigen Jahrhunderts. Onlinevideowerbung ist ein gern genutztes Schlagwort, und jeder (mich eingeschlossen) deutet das hinein, was ihm dazu gerade in den Kram passt.

Die in der Mediawelt dominierende Fraktion subsumiert unter Onlinevideowerbung Formate, die inhaltlich wie formal von der TV-Werbung abgeleitet sind. Gern wird argumentiert, diese müssten noch knackiger, noch schneller auf den Punkt kommend in Szene gesetzt sein. Denn wenn sie vor dem vom User ausgewählten Beitrag platziert werden (als „Pre-roll“), dann dürfe der Anwender ja nicht vergrault werden – er kann ja schließlich jederzeit wegklicken. Und auch im Nachspann eines solchen Beitrags („post-roll“) soll der Anwender ja noch aufmerksam bleiben und nicht seine Unterhaltung stattdessen in den Weiten des Webs suchen. Dass ich diese Form der Onlinevideowerbung ungefähr so sehe wie die oben abgebildete Motorkutsche im Verhältnis zum „richtigen“ Automobil – das in unserem Markt noch erst konstruiert werden muss – habe ich hier bereits mehrfach deutlich gemacht. Aber dass man diese Werbeform zurecht als Onlinevideowerbung bezeichnet, will auch ich nicht leugnen. ;-)

Doch es gibt durchaus Experten, die unter Onlinevideowerbung weit mehr subsumieren als die kurzen Clips. So haben die Kollegen vom eMarketer in einer aktuellen Studie über die zukünftige Entwicklung der Onlinevideowerbung das Feld recht weit aufgemacht:

„New models for online video advertising, such as through widgets, or new/old models, such as product placement and sponsorship, will coexist with increasing use of in-stream ads (for example, preroll), which are currently associated with traditional TV content.“

Stopp!

Nicht alles, was Bewegtbild ist und wirtschaftlichen Zwecken dient, ist gleich Onlinevideowerbung – eine solche Begriffsverwässerung nützt uns nichts. Wer den Oberbegriff sucht, sollte zu Onlinevideomarketing greifen, eine Vokabel, die Greg Sterling in seinem Blog Screenwerk schon seit geraumer Zeit nutzt.

Und gern räume ich ein, dass auch die von mir präferierten „neuen“ Onlinevideoformate, die eine Mischung aus redaktioneller Berichterstattung, PR und Werbung sind, besser unter Onlinevideomarketing als unter Onlinevideowerbung zu subsumieren sind. Aber wir lernen halt noch alle dazu…

Add comment 5. Oktober 2008

Impulse von Impulse

Das Mittelstandsblatt empfiehlt die Produktion von Videos für’s Internet

Immer mehr Wasser auf unseren Mühlen ;-)

Nun nimmt sich auch das Mittelstandsblatt Impulse der Online Videowerbung an. In der aktuellen Ausgabe 8/08 wird auf einer Doppelseite (S. 80) erläutert

• was ein Film erreichen kann

• dass die Produktion eines solchen Videos kein Job für Laien ist (leider hat der Autor den Einstiegstarif für ein Firmenvideo bei 1400 € gesehen – er kannte SightseekerMedien halt nicht)

• welche Aspekte bei der Nachbearbeitung wichtig sind und

• wie man den Film ins Internet bringt

Vieles davon hätte man noch wunderbar vertiefen können – aber als prägnanter Einstieg ist der Beitrag ganz gelungen. Übrigens: Unter

http://www.impulse-gruenderzeit.de/tools/videowettbewerb/index.html

fordert Impulse Unternehmensgründer auf, Ihre Geschäftsidee per Video vorzustellen. Der Wettbewerb läuft noch bis 31.8.2008.

Add comment 1. August 2008

Sag den GelbenSeiten leise servus

Diesen provokanten Titel geben Borrell Associates ihrer neuesten Studie über die Langfrist-Perspektive der gedruckten Verzeichnisse

Schön, wenn man man auf eigene Prognosen und deren Bestätigung durch den Marktverkauf verweisen kann. Deshalb beginnen Borrell Associates ihre soeben veröffentlichte Studie „Say Goodbye to Yellow Pages“ mit einem Rückblick.

Vor genau 10 Jahren – 1998 – hatten Borrell eine fast gleich betitelte Studie „Say Goodbye to Classifieds“ über den Niedergang der Kleinanzeigen in Tageszeitungen veröffentlicht. Und die tatsächliche Marktentwicklung bereitet den Verlegern von Tageszeitungen große Probleme (siehe auch meinen Beitrag Montanindustrie). Seit 2001 ist die Hälfte des milliardenschweren Budgets für Auto- und Stellenanzeigen ins Internet abgewandert. Allein im letzten Jahr ging das Kleinanzeigenaufkommen amerikanischer Tageszeitungen um 23% zurück – ein Erdrutsch, verstärkt durch die Immobilienkrise und den damit einher gehenden Rückgang der Immobilienanzeigen.

Nun also die GelbenSeiten. Zwar, so argumentieren Borrell, seien die Printumsätze der meisten GelbeSeiten Verlage der USA in der letzten Dekade noch weitgehend stabil gewesen, obwohl Suchmaschinen und Webdirectories einen enormen Aufschwung erlebten. Doch dies sei bei Tageszeitungen zunächst ähnlich verlaufen. Erst angesichts einer Rezession, wie sie nun die USA erleben, wachse der Druck auf Kleininserenten, mit dem eigenen Werbebudget sorgfältiger umzugehen. 39% der heutigen GelbeSeiten-Printumsätze werden sich in den kommenden 5 Jahren ins Internet verlagern. Schlagwortsuche, interaktive Verzeichnisse und kostengünstige Online Videowerbung machen das Internet als Werbemedium immer attraktiver.

Bis jetzt waren es vor allem die Suchmaschinen, die von diesem Trend profitierten. Doch die Traditionsmedien, nicht zuletzt die GelbeSeiten Verlage, setzen sich zur Wehr. Mit einer „Armee“ von auf die neuen Präsentationsformen ausgebildeten Vertriebsleuten jagen sie den Migrationsumsätzen nach. Mittlerweile seien fast alle Vertriebsmitarbeiter der amerikanischen Verzeichnismedien auf die neuen Werbe- und Präsentationsangebote im Internet geschult. Auch die Tageszeitungen seien diesen Weg gegangen, mit eigenen interaktiven Online-Verzeichnissen und entsprechenden Vertriebsmannschaften. Alles in allem seien derzeit 34.100 auf Onlinewerbung ausgebildete Vertriebler an der Verkaufsfront – eine Vertriebspower, wie sie kein anderes lokales Medium bietet. So nimmt es nicht wunder, dass lokale Onlinewerbung in diesem Jahr um 61% auf 14,1 Milliarden US-Dollar wächst.

In der Tat ist die vertriebliche Übermacht der auf die lokale Onlinewerbung abzielenden Traditionsmedien beeindruckend. Die Vertriebsmannschaften kommen zu

• 46% aus Tageszeitungsverlagen

• 38% aus traditionellen Verzeichnismedien

• 5% aus dem Lokal/Regionalfernsehen

• 3% aus reinen Onlinemedien

• 4% sonstige

Rund drei Jahre hätte der jetzt in den USA weitgehend abgeschlossene Transformationsprozess der Vertriebskräfte der GelbeSeiten Verlage gedauert. Nun könne effektiv für Print wie Online beraten werden. Insbesondere die preisgünstigen Bundles aus Print- und Onlineangeboten seien für Klein- und Mittelunternehmen einfach und eine überzeugende „One-Stop-Solution“. So seien die GelbeSeiten Verlage unter allen Traditionsmedien die erfolgreichsten, wenn es um die Integration digitaler Angebote ginge. Schon heute seien 14% ihrer Umsätze dem Onlinebereich zuzuordnen – andere Medien kommen im Schnitt erst auf 5%.

Der eigentliche Kampf wird jedoch zwischen reinen Online-Anbietern mit automatisierten Webangeboten einerseits und GelbeSeiten- und Tageszeitungsverlagen mit ihren riesigen Vertriebsmaschinerien andererseits entschieden. Verkaufen werden sie alle mehr oder minder das Gleiche: Interaktive Onlinewerbung – und vor allem Online Videowerbung.

Und weils so schön war, noch ein Spot zur Entspannung:

Add comment 30. Juli 2008

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