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In 10 Wochen zum qualifizierten Videojournalisten

Die österreichische News on Video bietet zehnwöchige Seminare zum Einstieg in den neuen Beruf

Viele Wege führen in den Beruf des Videojournalisten – nur wenige davon über eine profunde Ausbildung. Die in Wien ansässige News on Video bietet im deutschsprachigen Raum den derzeit wohl qualifiziertesten Einstieg in den Zukunftsberuf. In zehnwöchigen Kursen wird mit hohem Praxisanteil das Rüstzeug vermittelt, um Fernsehsendern, Web- und Spartenanbietern Bewegtbildbeiträge anbieten zu können.

4800 € stellt das Team um den Nachrichtenprofi Martin Wolfram und den Kulturmanager Andreas Modritsch den Schülern für die Ausbildung in Rechnung. Dafür werden folgende Inhalte vermittelt:
* Drehen auf verschiedenen HD-Digitalkameras
* Umgang mit Licht
* Der perfekte Ton
* Schnitt auf Apple MacIntosh Final Cut
* Postproduktion
* Recherche
* Aufarbeitung journalistischer Quellen
* Interviewtechnik
* Konzeption von Beiträgen
* Dramaturgie
* Bildaufbau
* Aufbau des Spannungsbogens
* Einsatz von Musik
* Texten fürs Fernsehen
Die ersten zwei Wochen der Ausbildung dienen der Grundlagenvermittlung, danach werden konkrete journalistische Formate erarbeitet und eigene Themen der Kursteilnehmer umgesetzt. Bemerkenswert ist die hervorragende technische Ausstattung – für jeden Kursteilnehmer steht permanent Equipment von der Kamera bis zum eigenen Schnittplatz im Wert von rund 10.000 € zur Verfügung.

Kursaufbau und -inhalte entstanden aus den Anforderungen des österreichischen Privatsenders Puls 4, der bereits seit ca. 4 Jahren maßgeblich auf Videojournalisten setzt und seinen VJ-Nachwuchs durch News on Video ausbilden läst. Neben dem zehnwöchigen Basiskurs bietet News on Video auch ein- und mehrtägige Profi- und Aufbaukurse an.

Im Gegensatz zu unseren eigenen Ausbildungsangeboten bei der Producer-Academy, die mehr auf imageorientierte Videoproduktionen ausgelegt sind, steht bei News On Video der Bewegtbild-Journalismus im Vordergrund. Ein Angebot, um das die Mediengroßmacht Deutschland die sehr viel kleinere und konzentriertere Medienlandschaft Österreichs durchaus beneiden kann.

Add comment 22. März 2009

Wie wird man eigentlich „Videoproducer“?

Viele Wege führen noch Rom – ein schneller Weg zum Videoproducer führt über die „Producer-Academy“.

Wie sichert man die Qualität bei dezentralen Services? Was bei McDonalds, Fielmann oder Tchibo noch relativ einfach wirkt (obwohl auch dort schon eine Menge Standardisierung und Taining dazugehört), wird spätestens dann zum mittelschweren Unterfangen, wenn Individuen die wesentlichen Leistungsträger sind. Beispiel Datev: Das Rechenzentrum ist für das Gros der deutschen Steuerberater gleich – die tatsächlich gebotene Leistung jedoch höchst unterschiedlich (da wir mit unserer Kanzlei extrem zufrieden sind, setz ich doch gleich mal einen Link zu Consulere).

Doch bei dezentralen Videoproduktionen, in denen ein Mensch als Allrounder filmt, den Ton aussteuert, das Interview und die Portraitierten durch den Beitrag führt, vielleicht auch noch Licht setzt und den Beitrag am Ende schneidet? Da ist Subjektivität im Spiel, und da spielt Persönlichkeit eine große Rolle. Beides ist gut – wenn es auf solidem Know-how aufbaut und im Rahmen verabredeter Spielregeln (= verbindlicher Produktdefinitionen) erfolgt.

Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Videoproducer bei SightseekerMedien von Anfang an intensiv und zunächst individuell geschult. Getreu dem Motto „Radfahren lernt man auf dem Fahrrad“ haben wir massiv darauf gesetzt, praktisch und ergebnisorientiert zu arbeiten, selbst wenn bei so manchem die ersten Ergebnisse noch nicht überzeugen konnten. Und da es uns zudem darauf ankam, lieber ein Dutzend qualifizierter als ein paar Hundert Producer mit eher zufälligem Kenntnisstand zu betreuen, setzten wir auf individuelles Coaching, das der erfahrene Kameramann Michael Baum Vollzeit betrieb.

Doch mit kontinuierlichem Wachsen unseres Netzwerks war die ausschließlich individuelle Betreuung irgendwann nicht mehr möglich. Hinzu kam der Wille, die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche und Fertigkeiten eines Videoproducers auch mit entsprechenden Experten auszubilden – schließlich sind Disziplinen wie Licht, Ton, Interview oder Schnitt recht vielfältig.

Seit Sommer 2008 wurden zunächst monatlich einwöchige (Grund-)Kurse abgehalten. Im Spätherbst wurde das System zusehends modularisiert, neben die Basisschulung traten ein- bis dreitägige Kurse zu Themen wie Licht, Schnitt, Ton oder zur Schulung auf spezielle Formate.

Nun haben wir das Programm neu gegliedert und in eine eigene Einheit ausgegliedert: die Producer-Academy. Sie hat das Ziel, sich zu einer von SightseekerMedien durchaus unabhängigen Ausbildungsstätte zu entwickeln, die Ein- und Umsteiger in Sachen Videoproducer qualifiziert und entwickelt. Im Mittelpunkt steht der bild- und imageorientierte Beitrag, nicht so sehr die journalistische Recherche und Aufbereitung. Videomarketing statt Videojournalismus – dahin zielt die Producer-Academy ab.

Das Referententeam um Michael Baum wurde um Helmuth Frauendorfer, Henrik Fehse, Ingo Feuker und René Gebhart erweitert, die Anzahl der Kurse auf zunächst vier bis fünf pro Monat erweitert. Je nach Thema sind drei bis acht Teilnehmer pro Kurs sind geplant, alle Teilnehmer werden – sofern sie selbst nicht darüber verfügen – für den Kurs mit professionellem Equipment ausgestattet. Weitere Themen sind bereits in Vorbereitung.

Der Markt für Videomarketing wächst rasant. Noch fehlen Standards – wir hoffen, mit der Producer-Academy einen langfristigen Beitrag zur Qualifizierung in diesem Markt zu leisten.

Add comment 2. Februar 2009

Verlage in Bewegung?

Die VDZ Zeitschriften Akademie lud zum Expertenforum „Erfolgreich im Internet mit WebTV und Video“

Am Vormittag schien die Verlegerwelt im Hamburger Atlantik-Hotel noch in Ordnung. Zunächst schilderte Ralf Klassen, Leiter Digital-TV bei stern.de, die stürmische Entwicklung der monatlichen Videoabrufe allein auf seiner Plattform – in weniger als einem Jahr von 60.000 auf ca. 2 Millionen im August 08. Fast versonnen ließ er Höhepunkte des letzten WebTV Jahres Revue passieren – so der Hamburger Beinahecrash eines Verkehrsflugzeugs. Ein Webvideo, dass – obwohl noch nicht in den Nachrichten der klassischen Medien aufgegriffen – an einem Sonntag (!) bei stern.de 150.000 Abrufe erreichte.

Trotz weniger kritischer Anklänge auch gegenüber dem Trendmedium Video („User kommen nicht auf unsere Seite, um fernzusehen. Aber sie nehmen Fernsehen mit“) war bis hierhin die Bewegtbild-Verlegerwelt noch in Ordnung. Auch wenn sie sich im Gros der Vorträge für meinen Geschmack zu sehr an Publikumsmedien, zu sehr am „klassischen“ Fernsehen und am unvermeidlichen prerollpostroll Mediaverständnis orientierte. Kein Wunder, dass in diesem Zusammenhang auch die fast gegen Null tendierende (Nielsen-)Zahl von nur 3 – 5 Mio. € Mediaausgaben für deutsche Onlinevideowerbung im vergangenen Jahr kursierte (da werden z.B. die GelbenSeiten kaum mit drin sein – aber was machen die denn, wenn nicht Videowerbung?!?).

Wasser in den ohnehin recht dünnen Umsatzwein goss mit kritisch-konstruktiven Anregungen („Die Verlage verramschen sich selbst“) vor allem IDG-Deutschland-Boss York von Heimburg. Deutschland sei das Land, in dem die Internetpreise am stärksten verfielen, und so prognostizierte er für das kommende Jahr halbierte TKPs für Onlinevdeos von rund 25 €, mittelfristig gar nur 5 – 10 €. In der Fachkommunikation, so Stefan Eiselein, Leiter der Vogel Future Group, sei das Umfeld deutlich einfacher, da die User üblicherweise ein starkes Informations-, häufig sogar Kauf-/Investitionsinteresse hätten. Wobei gerade hier das „Reaktionsmedium Internet“ (von Heimburg) stark profitieren kann, wie sein Haus auf herstellerbezogenen Microsites mit Webcasts und produktbezogenen Videos unter Beweis stellt. Für die dort generierten Leads „zahle die Industrie extrem gut“.

Schade, dass andere Diskutanten diese transaktionsorientierten Refinanzierungsgedanken kaum aufgriffen. Aber wie gesagt – das dominante Businessmodell des Tages war eher dem Fernsehen entlehnt (Verleger, habt Ihr das wirklich nötig?!?).

Am Nachmittag klangen nach einem optimistischem Auftakt des Onlinevideo-Senkrechtstarters Axel Springer, vorgetragen von Klaus Ebert (GF Axel Springer Digital TV), zunehmend nachdenkliche Töne durch den Raum. Fried von Bismarck, Verlagsleiter des Spiegel und Geschäftführer von Spiegelnet und Spiegel TV, brachte ehrliche Zahlen aufs Tapet: 3,8 Mio € Investment für Onlinevideocontent in einem Jahr, plus eine Mio Streamingkosten – bei rund 800.000 € Videoerlösen. Und das in Krisenzeiten, in denen das verlegerische Stammgeschäft nahezu schlagartig unter Druck gerät – ein Fakt, den alle vor Augen hatten, aber nur wenige deutlich auf den Punkt brachten.

So hielt auch Susanne Matthiesen, Geschäftsführerin des dpa audio- und videoservice, mit ihren Sorgen nicht hinter dem Berg. Wie solle angesichts ins Bodenlose sinkender TKPs Videocontent noch angemessen refinanziert werden? Schon heute koste ein Videobeitrag oft weniger als ein Pressefoto – eine schlichtweg absurde Situation, sind doch die journalistischen Anforderungen an VJs extrem hoch. So hoch, dass „bei uns keiner älter sein kann als 28″…

Was bleibt als Eindruck dieses mit über 100 Teilnehmern gut besuchten Forums? Es wird allerhöchste Zeit, dass Verlage lernen, dass sie nicht Fernsehen machen. Dass die Businessmodelle des Fernsehens – von der Produktion bis zu den Erlösmodellen – nicht greifen, denn auch dieses „Leitmedium“ steht zusehends auf tönernen Füßen.

Verlage, besinnt Euch auf Eure Kernkompetenz – schafft Glaubwürdigkeit und Zielgruppenzugang, bringt Kommunikation zwischen Anbietern und Nachfragern in Gang und nehmt dafür Euren gerechtfertigten Anteil. Ob Ihr dies mit Zeitschriften, Webauftritten, Messen oder verstärkt mit Videoproduktionen macht, ist für den Kunden nicht entscheidend – entscheidend ist, dass Ihr Eurer Aufgabe gerecht werdet. Das geht hervorragend mit Onlinevideos. Und wer jetzt darüber nachdenkt, wie diese Videos dann ausehen müssen, der ist auf dem richtigen Weg ;-)

Add comment 9. Oktober 2008

Videoproducer – Selbstausbeutung oder Traumberuf?

Nun mal Butter bei die Fische: Was kann, was sollte man als Videoproducer verdienen?

Beim Geld hört die Freundschaft auf, so sagt man. Ich meine: Genau deswegen sollte man offen übers Geld reden.

Was kann, was sollte ein Videoproducer verdienen? Der DJV (Deutscher Journalisten-Verband) nennt in seinen Honorarempfehlungen eine Beitragspauschale „Video für Online“ von 500 – 600 Euro, alternativ pro Minute 200 Euro. Der WDR weist in seinem Honorarrahmen für einen 2:30 Bericht/Reportage 459,05 Euro aus. Doch auch diese Honorarhöhen sind durchaus umstritten (=aus Sicht vieler VJ’s nicht ausreichend), wie die Diskussion in Roman Mischels absolut lesenswerten Blog R73.net zeigt.

Aus welcher Perspektive wird diese Diskussion geführt? Aus der des Fernsehens, noch genauer: aus der des Öffentlich-rechtlichen, gebührenfinanzierten Fernsehens. Sie orientiert sich an den Kosten von EB-Teams, an einem langwierigem Workflow aus Themenfindung und -angebot, Recherche, Drehvorbereitung, Dreh, Schnitt, Abstimmung mit Auftraggebern/Redaktionen und möglichen Korrekturen, an Spesen, Eigeninvestitionen, Ausfallrisiko und Auslastungsquote. Klar – da gehen für einen 2:30 Beitrag gern zwei, oft mehr Arbeitstage ins Land. Und angesichts der Tatsache, dass man als freier Videojournalist in einem solchen Umfeld nicht unbedingt damit rechnen kann, mehr als einen Beitrag pro Woche wirklich abzusetzen, sind 500 – 600 Euro eine absolut angemessene Forderung.

Bleiben wir doch mal beim Fernsehen, nehmen nun aber Stadtfernsehen oder Zielgruppen-IPTV. Da wird man mit dem Ansinnen, einen Dreiminüter für 500 Euro zu verkaufen, in der Regel ausgelacht und darauf verwiesen, dass dies ja im Monat der Praktikant verdient, der 50 bis 60 Beiträge pro Monat knüppelt (und, wie in einem mir bekannten Fall, dafür auch noch eigenes Profi-Equipment anschaffen und mitbringen muss). Das kann ja – weder qualitativ noch als Geschäftsmodell – die Medienzukunft sein, oder?

Trotzdem: Beide Ansätze beschränken aus meiner Sicht den Markt und die Perspektiven – für Videojournalisten/Videoproducer genauso wie für die Unternehmen, die sie beauftragen. 500 Euro für 2:30 können und werden sich die wenigsten Onlineportale leisten können. Und wer meint, mit ein paar Praktikanten und Volontären (Voll-)Programm machen zu können, wird über unterste Kreisklasse auch nicht hinauskommen, wie der (Miss-)Erfolg vieler Stadt- und Lokalsender eindrucksvoll belegt.

Also was dann? Klare Antwort: Fabrik statt Kunsthandwerk. Absolute Standardisierung in Produkten, Abläufen, Technik. Für viele neuartige Nutzungen von Videos im Internet (für Unternehmensdarstellung, Produktpräsentation, Events, Recruiting etc.) zählt nicht oder nur sehr bedingt der künstlerische Ansatz, sondern allein das Preis-/Leistungsverhältnis. Nur wenn das stimmt, setzen Kunden auf das neue Medium.

Bei vorgenannten Produkten ist es durchaus möglich, pro Tag 3 – 5 Produktionen zu drehen. Für den Schnitt liegt man bei 2 bis 4 Produktionen pro Tag. Je nachdem, ob nur Dreh oder inklusive Schnittversion(en) zahlt beispielsweise SightseekerMedien für Standardprodukte knapp 100 Euro (Länge 0:30 bis 1:30). Doch garantiert die Firma ihren vertraglich gebundenen Producern auch Kontingentabnahmen, so dass Monatshonorare von deutlich über 2500 Euro erreicht werden. Für (Quer-) Einsteiger aus Fotografie, Mediengestaltung, Kamerassistenz und Ton kein unfairer Satz, zumal regelmäßiges Coaching und Fortbildung dazu gehören und der Job als solcher ‘ne Menge Spaß macht.

Und dieser ganz andere Ansatz erschließt dem Unternehmen (und damit den rund 30 Videoproducern, die mittlerweile für SightseekerMedien arbeiten) ganz neue Märkte: Handy-Städteguides für Nokia, Unternehmensportraits für Verbände, Serienproduktionen für Verlage – manchmal muss man es eben anders machen, um es überhaupt zu machen.

Ich verstehe, wenn jemand mit „klassischem“ TV-Verständnis diesen Job nicht machen will, weil er sein journalistisches Talent nicht genügend gefordert sieht. Aber ist klassisches TV-Verständnis der richtige Ansatz in der Onlinewelt? Deshalb werbe ich dafür, dass dies ein hervorragender Einstieg für junge Medientalente in die Medienwelt von morgen ist.

Add comment 14. Juni 2008

Kennt noch irgendjemand dieses „Desktop-Publishing“?!?

Aldus Manutius, Namenspatron der Aldus Corporation

Aldus Manutius, Namenspatron der Aldus Corporation, die mit dem Produkt „PageMaker“ das „DTP“ erfand

Man merkt, dass man alt wird, wenn man von einst innovativen Techniken erzählt, die heute kein Schwein mehr kennt. Verbreitete, lang genutzte Techniken wie das Telex erinnert man immerhin noch aus verstaubten Agentenfilmen – aber das „Desktop Publishing“?

Das war vor gut zwanzig Jahren unter Techies der letzte Schrei. Apple schrammte mal wieder an der Pleite vorbei, und ein Nischenunternehmen namens Adobe hatte eine Seitenbeschreibungssprache namens „Postscript“ erfunden. Ein (schwarzweiß druckender) Laserdrucker kostete 24.900 DM (früher war halt nicht alles besser!). Und ein Startup namens Aldus, später von Adobe übernommen, verkaufte „Desktop Publishing Software“.

Was das zum Teufel nun war? Ein Layoutprogramm. So etwas wie InDesign oder XPress, nur eben in kleinsten Kinderschuhen. Aber die Versprechen waren groß: Mit „Desktop Publishing (DTP)“ würde jede Sekretärin zum Gestalter, jeder Manager zum Gutenberg. Ich geb ja zu: Solchen Senf haben wir in der Erstausgabe unserer Zeitschrift PAGE damals auch verbreitet. Aber zum Glück haben wir schnell gelernt…

Warum ich von diesem alten Quark erzähle? Weil ein US-Startup namens EZ show mit ähnlichem Unsinn daher kommt. EZ Show soll vielleicht so etwas wie „Ads show“ heißen, handelt es sich doch bei der Firma um ein Portal, in dem jeder hoffnungsfrohe Kleinunternehmen webgestützt seine Videowerbung zusammen basteln kann. Ganz einfach in vier Schritten: Musik und Ton auswählen, Bilder und Video auswählen, alles fein zusammen basteln und am Ende der ganzen Welt zu Füßen legen. Ihr Spielberge der Onlinewerbung, kommet zuhauf!

Wie glaubwürdig EZ Show das eigene Konzept findet, zeigen die eingestellten Beispielvideos – die sind nämlich ganz professionell gemacht. Muss ja, denn die sind, wie an vielen Bilddetails erkennbar, von Profis gemacht. Und vermutlich auch geschnitten, denn ein Profi wird sich eher an Final Cut, Avid oder auch Premiere setzen, als auf ein Webportal zu warten.

Denn wie ging’s weiter mit dem Desktop Publishing? Richtig: Ganze Industrien starben aus. Schriftsetzer, Lichtsatz, Lithoanstalten – heute eine Nebenabteilung im Museum für Arbeit. Dafür gibt es plötzlich jede Menge Kommunikationsdesigner. Pfiffige, gut ausgebildete Allrounder, die wissen, wie man ein Foto retuschiert, Seiten (gedruckt wie im Web) gestaltet und ihnen mit Schriften und Grafik ein eigenes Gesicht gibt.

Leider kenne ich keine Statistken, wieviel Menschen z.B. in der nahezu „ausgestorbenen“, kapitalintensiven Druckvorstufe vor rund 20 Jahren beschäftigt waren. Aber das allein hierzulande Hunderttausende junger Kommunikationsdesigner mit dem ihr Geld verdienen, was einmal Desktop Publishing hieß, kann man nicht von der Hand weisen. Und sie bieten damit professionelle Services auch all jenen, die Ihr Geld aus gutem Grund besser mit Haare schneiden, Unternehmen beraten oder Häuser bauen verdienen.

Was wird also aus EZ show? Ich vermute: Nix. Aber aus den vielen Jungen Leuten, die sich heute für Bewegtbild, den Umgang mit Menschen und einen spannenden Beruf interessieren, werden viele engagierte Videoproducer und Videojournalisten. Und die stellen einst eine Branche, die ungefähr so groß ist, wie der Mediengestalter heute.

(Schönes Schlusswort, aber ein bisschen gelogen. Denn eigentlich sind’s auch Mediengestalter, nur eben anders.)

Add comment 18. Mai 2008

Videoproducer – ein Traumberuf?

Die einen sprechen von Videojournalisten, andere gar von „Video-Jockeys“ (wo reiten sie denn?!?), die Kollegen von Sightseeker haben sich auf den Begriff „Video-Producer“ festgelegt. Scheint mir folgerichtig, denn ordentliche Videowerbung darf und sollte zwar journalistische Elemente beinhalten – aber es wäre wohl etwas vermessen, die Ergebnisse am Ende als „Journalismus“ zu verkaufen.

Deshalb nennt Sightseeker das Team an der Front „Video-Producer“. Sie erstellen die Videobeiträge, die mit werblichen-/PR- und letztlich auch journalistischen Elementen u.a. auf der Tourismussite Sightseeker.de zu finden sind. Von der Drehorganisation über den Dreh vor Ort bis zum Schnitt und Dateiupload reicht ihr Tätigkeitsspektrum. Obwohl über ganz Deutschland verstreut, ist Mobilität erwünscht: die Mannschaft, bestehend aus knapp zwei Dutzend fest angestellten und freien Videoproducern, ist im gesamten deutschsprachigen Raum unterwegs.

Sightseeker hat sich vorgenommen, Ende des laufenden Jahres rund 10.000 Videos produziert zu haben – selbstverständlich nicht alle für die eigene Website. Um neue Producer „auf den Geschmack zu bringen“ haben wir jetzt einen kleinen Trailer gedreht – hier isser!

Add comment 17. Mai 2008


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