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Praxistipp-Videomarketing Nr.1: Video-Produktpräsentationen im Rahmen eines Messeauftritts
In loser Folge werde ich künftig im Rahmen dieses Blogs „Praxistipps Videomarketing“ veröffentlichen. Gestartet wird mit Video-Produktpräsentationen, die kostengünstig im Rahmen eines Messeauftritts entstehen können
Worum geht’s? Auf Messen präsentieren Sie Ihre aktuellsten und wichtigsten Produkte. Im Rahmen von am Rande der Messe produzierten Video-Produktpräsentationen stellen Sie diese so vor, wie sie diese auch Ihren Messebesuchern vorstellen würden.
Warum ist das sinnvoll? Für einen Messestand, der Ihre Unternehmens-CI widerspiegelt und die wichtigsten Vertriebs- und Präsentationsthemen bündelt, gibt Ihr Unternehmen nennenswerte Summen aus. Warum sollen diese nach wenigen Tagen Messepräsenz Geschichte sein? Begreifen Sie Ihren Messestand als eine Art firmeneigenes TV-Studio – in Ihrer CI, mit Ihren Produkten, mit Ihren Slogans und vielleicht auch mit Ihren Events (Promotoren etc.). Nutzen Sie diese Investition über den Messetag hinaus, indem Sie die relevanten Themen Ihrer Messepräsenz im Rahmen von Video-Produktpräsentationen festhalten.
Wo und wie kann man’s nutzen? Eine Video-Produktpräsentation
• verschicken Sie bei künftigen Produktanfragen mit ihren Angeboten als Video-PDF an Ihre Kunden
• platzieren Sie im Rahmen Ihrer Produkt- und Servicebeschreibungen auf Ihrer eigenen Website,
• können Sie möglicherweise auch auf der Website der Messe platzieren („virtuelle Messe“)
• übermitteln Sie an Fachportale/-zeitschriften und Blogs aus Ihrem Fachgebiet – Bewegtbildmaterial wird gern genutzt (wenn es nicht allzu werblich, sondern eher informativ daher kommt)
• distribuieren Sie bei geeignetem Thema über die großen Videoplattformen. Ganz wichtig: Noch lassen sich viele Themen mit Videos „besetzen“ und erzielen so bei Google-Suchen gute Platzierungen im Rahmen der Suchergebnisse!
• nutzen Sie ggf. für Landingpages oder Video-Ads im Rahmen Ihrer Vertriebsaktivitäten
• übermitteln Sie an Ihre Vertriebspartner, die diese Beiträge dann ihrerseits in ihren Webaufritt oder die Kundenansprache integrieren.
Wo und wie wird produziert? Die Video- Produktpräsentation wird auf Ihrem Messestand produziert, möglicherweise außerhalb der Publikums-Öffnungszeiten, meist in Form einer O-Ton-Reportage. Varianten sind eine Interviewsituation (Interviewer sollte Zielgruppennähe/Fachkompetenz ausstrahlen) oder ein Livecast (empfehlen wir nur in Ausnahmefällen). Auch die Auftritte von Promotoren können mitgeschnitten werden, wenn ausführliche Produktvorstellungen dokumentiert und später im Web vorgehalten werden sollen.
Worauf ist zu achten? Verzichten Sie auf blumige aber unkonkrete Allgemeinplätze, seien Sie konkret, präzise und authentisch. Deshalb empfehlen wir eine direkte Ansprache im O-Ton durch Geschäftsführer, Vertriebsleiter oder Entwicklungschef. Beschreiben Sie in wenigen knappen Sätzen, für wen das Produkt/der Service geeignet ist und welche Vorteile geboten werden. Wir unterlegen Ihr Statement mit Bildern Ihres Produkts oder seiner Anwendung. Streben Sie ein Länge von maximal 90 Sekunden an (im Rahmen von Video-Ads < 40 sek.) – eine solche Produktpräsentation ist keine Bedienungsanleitung, sondern eine konkrete Vorteilsargumentation.
Add comment 10. August 2009
Service statt Content
Randnotizen vom heute zu Ende gegangenen Zukunftskongress Forward2Business in Halle
Zwei Tage, und wieder sind alle Kongressteilnehmer zufrieden. Trotz des gestrigen Regentags konnte der normalerweise (so auch heute) open air stattfindende Zukunftskongress „Forward2Business“ von Sven Gábor Jánsky wieder seine rund 200 Teilnehmer begeistern – diesmal zum Themenkomplex Störung/Grenzverletzung mit Schlagworten wie Rulebreaker, RuleMaker und RuleTaker.
Aus dem offiziellen Programm möchte ich nur drei Beiträge ansprechen, die meine Mühlen bewässerten. Zum einen die Präsentation Harald Blumenauers, ehemals Mitglied der Geschäftsleitung von Immobilienscout24 und 2007 mit seinem Grenzverletzer-Startup „iMakler“ gestartet. Was ist daran so besonders? Immobilienvermarktung zum Festpreis: für die Lowcost-Pauschale von 995,- € nimmt iMakler Immobilien in die Vermarktung auf, inklusive Besichtigung, Bewertung, Immopräsentation und Medienveröffentlichung etc. Transparente Leistung zum festen Preis – das schätzen auch immer mehr Immobilienverkäufer (und vor allem Käufer, die dann provisionsfrei erwerben!).
Ähnlich geht die Quirin Bank vor, auf dem Kongress vertreten von Kathrin Kleinjung (Leiterin Unternehmenskommunikation). Die Bank erbringt ihre Services in der Vermögensverwaltung nicht auf Provisionsbasis – alle erhaltenen Provisionen werden an den Kunden rückerstattet – sondern auf Basis einer Kombination aus Festpreismodell (75 € pro Monat) und Erfolgsbeteiligung. Läuft das Depot des Kunden nicht, gibts keine Erfolgsbeteiligung – andere Banken verdienen an jeder noch so unsinnigen Transaktion, die sie ihren Kunden reindrücken (besonders gern gesehene Kunden sind bei solchen Old-School-Banken die sogenannten „LEOs“ – Leicht Erreichbare Opfer…).
Regelmäßige Leser meines Blogs wird meine Begeisterung für diese beiden Modelle nicht wundern, schließlich bieten auch wir Videoproduktion zum günstigen Festpreis an und brechen damit einige Regeln, die bisher in der Bewegtbildproduktion galten.
Das dritte gute Laune Statement brachte Patrick Warnking, Head of Public, Media & Entertainment bei Google Deutschland. Es lautete kurz und knapp: Unternehmen kommen an einer Videostrategie nicht vorbei. Google-Trefferlisten, die nicht mehr nur Text, sondern auch Videofundstellen anzeigten (=universal search), seien nur noch eine Frage der Zeit. Und damit gehört neben dem textorientierten Suchmaschinenmarketing auch das Videomarketing als Pflichtfach in die Unternehmens- und Produktkommunikation. Also: Aufgewacht!!!
Forward2Business ist für mich der wohl kommunikativste Kongress in Deutschland (Kompliment an Sven Gábor Jánsky und seine Mitstreiter!), deshalb möchte ich auch ein Schlaglicht auf die Diskussionen abseits der Panels in kleinen Gruppen werfen. Was ist Content noch wert? Wie müssen Contentanbieter vom Verlag bis zur Nachrichtenagentur, vom Portal bis zum Verzeichnismedium reagieren?
Meine Gesprächspartner waren sich weitgehend einig in einer eher skeptischen Beurteilung des Werts von Contents – vielleicht mit Ausnahme eines „zertifizierten“ oder auch „trusted“ contents. Aber längst sind Tweeds, Blogger und Soziale Netze schneller als Nachrichtenagenturen, in der Regel umsonst und nahezu überall verfügbar. Wie sollen dagegen Geschäftsmodelle bestehen, die oft Stunden für die Aufbereitung, und zusätzlich viele Stunden, manchmal Tage, für Druck und Distribution benötigen? Und bei denen nur ein Bruchteil der Gesamtkosten dieses Systems der eigentlichen Informationsgewinnung und -verifizierung dient?
Die einzig allgemein akzeptierte Antwort hieß: Service. Service für Leser/Zielgruppe, aber auch verbesserte, vielleicht ganz neue Services für Inserenten. So manch heilige Kuh wird dabei geschlachtet werden (Tageszeitungen müssen täglich erscheinen, Telefonbücher müssen gedruckt werden, unser Content muss uns gehören – selbst die: Information und Werbung sind grundsätzlich zu trennen). Am Ende stehen vielleicht gattungsübergreifende Medienmarken, die gleichzeitig Text und Bewegtbild, Nachricht und Nachschlagen, Zielgruppenqualifikation und Kundenansprache bieten.
Ein derartiger Umbruch erschient vielen unvermeidlich. Deshalb sollten die Traditionsmedien schnell damit beginnen, das jetzige Geschäft zugunsten eines neuen zu zerstören – sonst werden am Ende sie selbst zerstört.
Add comment 17. Juni 2009
Öffentlichkeitsarbeit mit Video – funktioniert das? Und wie?!?
Anregungen in Sachen Video-PR für Firmen, die (noch) nicht im DAX sind
Für die Großen ist alles ganz einfach. Die sind doch eh dauernd in TV und Web präsent – und ihre größte Sorge ist, dass bei den Bildern aus der Produktion bloß nich die vorletzte Baureihe gezeigt wird…
Gut – ganz so einfach ist es auch für Großunternehmen nicht. Wenngleich durchaus nicht jedes seine Hausaufgaben gemacht hat und das nötige Arsenal an Bewegtbildmaterial vorhält, um den Journalisten in Anstalten, Sendern und Portalen die Arbeit leicht zu machen. Doch unzweifelhaft ist, dass es für große Unternehmen und Marken halt a bisserl einfacher ist, mal auf Sendung zu sein.
Doch der Mittelständler? Wer interessiert sich überhaupt für seine bewegten Bilder? Lohnt es sich, Öffentlichkeitsarbeit durch Bewegtbildangebote zu unterstützen?
Wenn Sie nicht gleich auf den Aufmacher der Tagesthemen hoffen, dann durchaus. Gerade mittelständische Unternehmen und ihre Produkt- und Serviceangebote haben viel umfassendere Optionen mit Video-PR, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Allerdings sollten sich die Verantwortlichen vorher klar machen, dass Öffentlichkeitsarbeit nicht Verbreitung von Werbespots ist, sondern die Schaffung von Präsenz für die eigenen Themen sowie im günstigen Falle die Herstellung eines positiven Bezugs zu ihrem Unternehmen und seinen Angeboten.
Doch so verstanden sind in Sachen Bewegtbild-PR (fast) alle Schleusen offen. Denn sehr viele Themen sind zwar in Texten – ob online oder offline – Tausende Mal durchgekaut. Aber Bewegtbildangebote, zumal jederzeit zugängliche, gibt es oft nicht.
Da jedes Produkt und jeder Service einen Nutzen oder ein Versprechen hat, lässt sich dieser in Bildsprache übersetzen und mehr oder weniger pointiert darstellen. Von „Wie lackiere ich meine Fingernägel?“ über „Die Quelle für Designinspiration“ bis „Vorsorgen ist besser als bohren“ – viele Themen lassen sich als Ratgeber, als Fallstudie oder Erfahrungsbericht hervorragend in einem kurzen Video darstellen. Wenn man der Versuchung widersteht, das eigene Unternehmen oder das genutzte Produkt in diesem Video 47mal in 74 Sekunden zu nennen und über den grünen Klee zu loben, dann hat man ein schönes Medium, das nun eine eigene „Öffentlichkeitskarriere“ beginnen kann.
Auf der Hand liegt natürlich die Einspeisung in die großen Videoportale. Wenn Ihr Beitrag tatsächlich nützlich und anregend ist, wird hier – entsprechende Betitelung, Teasertext und Verschlagwortung vorausgesetzt – von ganz alleine eine interessierte Öffentlichkeit entstehen.
Doch das ist bestenfalls das kleine Einmaleins. Schließlich geht es vor allem um ein Andocken an „interessierte Öffentlichkeiten“ – d.h. an die Medien, die sie konsumieren.
Bleiben wir zunächst im Internet. Gerade Fachportale, Newsfeeds und insbesondere Blogs bieten ein attraktives Umfeld für Ihr Bewegtbildangebot – und oft auch eines, das an Video interessiert ist. Denn Videos sind „Hingucker“, erhöhen die Verweildauer und bieten besonderen Nutzwert – das hat sich auch unter Fachverlegern und Bloggern herumgesprochen. Häufig jedoch scheuen sie die Investition in ein gutes Video – und da kann Ihr Beitrag aus der Patsche helfen.
Und dies gilt sinngemäß auch für lokale TV-Sender und Spartenkanäle. Viele von ihnen sind recht zugänglich, wenn es darum geht, halbwegs ins Programmkonzept passendes Material auszustrahlen.
Apropos Material: Muss es denn immer gleich ein ganzer Beitrag sein? Würde Ihnen nicht hier und da eine Schlüsselsequenz oder eine ausgewählte Szene auch in Ihr Kommunikationskonzept passen? Dann bieten sie diese doch an. Einziger Nachteil: Oft werden Bewegtbildproduktionen nicht von den Medien durchgeführt, auf denen sie gesendet werden. D.h. es ist nicht so leicht, Ihr Quellmaterial so zu platzieren, dass es von den „Beitragsmachern“ auch genutzt werden kann.
Drum machen Sie ruhig auf Ihrer Website in Ihrer Presserubrik sowie in Pressemitteilungen darauf aufmerksam, dass Sie auch über Video-Rohmaterial zum Unternehmen, Produkten und Prozessen verfügen. So ist die Chance hoch, dass „interessierte Kreise“ auch darauf zugreifen
Add comment 5. Juni 2009
Videomarketing macht Immobilien mobil
In den USA etabliert, hierzulande in den Startlöchern: Immobilienmarketing mit Video
In kaum einer Branche wird der Wandel von einer traditionellen Vertriebs- zu einer innovativen Marketingstruktur so deutlich wie in der Immobilienwirtschaft. Klar – die „Deals“ werden nach wie vor von Menschen gemacht, und ebenfalls klar: die Spielregeln zwischen Wohn- und Gewerbeimmobilien differieren durchaus.
Aber in den USA werden bereits 80% der Erstkäufer von Immobilien auf ihr neues Objekt (und den dazugehörigen Makler) über das Internet aufmerksam – so zumindest Diane M. Ramirez von Halstead Property in ihrer Firmenpräsentation auf Halstead ProperTV). So nimmt es nicht wunder, dass der Kampf um die beste Präsentation im Internet voll entbrannt ist – und das Medium Video dabei in vorderster Front etabliert wird.
Videopräsentationen von Immobilien erhöhen die Wertzuweisung einer Immobilie um ca. 6%, so ReelSEO. Eine aussagekräftige Statistik über Nutzungsdauer und -intenistät von Onlinevideos für Immobilien habe ich leider noch nicht gefunden – Makler, die damit experimentieren, berichten jedoch von bis zu doppelt so häufigen Aufrufen von Onlineeinträgen mit Videos und deutlich besseren Umschlagszeiten von mit Videos portraitierten Immobilien.
Auch wir bei SightseekerMedien haben uns der Thema zugewandt und Argumente und Pilotproduktionen auf einer Seite zusammengefasst. Deutlich wurde uns, dass die Aufbereitung hochwertiger Immobilien mit dem Medium Video nicht im Vorübergehen zu machen ist – um Räume und Gebäude gut zu erzählen, bedarf es doch technischer Hilfsmittel, die über die Standardaustattung eines Videoproducers hinausgeht.
In den USA bieten mittlerweile gut ein halbes Dutzend überregional tätiger Videodienstleister ihre Dienste an – herausragend dabei WellcomeMat (Produktion in Kooperation mit Turnhere) und Agentcasts. Vorherrschendes Format ist eine Objekt- und Videomoderation durch den betreuenden Makler sowie ein mehr oder minder detaillierter Rundgang durch das protraitierte Anwesen.
Die Innovatoren unter den Maklern denken aber längst einen Schritt weiter. Sie begreifen das Medium Video als zentrale Vermittlungs- und Kommunikationsinstanz in ihrem Geschäft. So präsentiert Halstead in seinem Halstead ProperTV nicht allein die angebotenen Objekte, sondern auch Entwicklungsprojekte, Stadtviertel oder die Makler in den Fillialen vor Ort. Aus dem Hilfsmedium Video wird ein veritabler IPTV-Kanal rund um Leistungen und Produkte des Maklers – ein Programm, dass für einen Stadtneuling oder Umzugswilligen durchaus interessant ist.
Die Radikalen jedoch setzen sogar TV-Formate wie Big Brother aufs Immobilienmarketing um. So hat der Kandier Kye Grace 72 in einem Appartment gelebt, sich dabei live streamen lassen, Fragen zum Objekt online beantwortet und sich die ganze Veranstaltun auch noch sponsern lassen. Ein Interview dazu (leider in beklagenswerter Qualität):
Wie man sieht: Im Onlinevideomarketing für Immobilien gibt es derzeit mehr Phantasie als in ihrer Wertentwicklung…
3 comments 30. Mai 2009
Videowerbung, Videomarketing & Co: der erste Blog-Birthday ;-)
Dieser Blog hat heute seinen ersten Geburtstag. Und ich stelle mir die Frage: Hat unsere Branche schon das Laufen gelernt?
Einen Blog zu starten, ist wie eine Reise ins Blaue. In diesem Fall mit einem gewichtigen Unterschied zur geografischen Reise: Auch die Landkarte definiert sich täglich neu.
Im Schnitt alle vier bis fünf Tage habe ich im vergangenen Jahr Fundstellen aufgelesen, Trends kommentiert und praktische Hilfen zum Dreh vor Ort gegeben. Dabei heraus kamen 80 Beiträge in 7 Kategorien und bis heute knapp 8000 Aufrufe. Dank an all diejenigen, die den Blog verfolgen: Es motiviert, zu sehen wie die Abrufkurven kontinuierlich steigen!
Aber reden wir noch über das gleiche wie vor einem Jahr? Im Prinzip ja, doch in vielen Details nein. In Ermangelung eines besseren Begriffs kreisten zunächst viele Posts um den Begriff Videowerbung – auch für Produktionen, die weniger Werbeclip als vielmehr Image waren. Erst im Laufe des Jahres gewann der Begriff Videomarketing an Bedeutung. Er beschreibt diese Produktionen viel besser und wird, zumindest in der Fachöffentlichkeit, zunehmend genutzt. Die meisten Kunden können damit leider noch nicht viel anfangen – aber das wird schon noch kommen
A propos Kunden: Schwindelerregene Zuwachsraten prognostizierten die Internetauguren für dieses Segment. Angekommen, zumindest in Deutschland, ist diese Welle jedoch noch nicht. Wirtschaftskrise? Gewiss. Aber auch ein weiteres Beispiel dafür, dass Übergangsprozesse ihre Zeit brauchen. Emails sind dem Fax in vielerlei Hinsicht überlegen – und doch brauchte der Übergang vom einen zum anderen Zeit, und es wird noch viele Jahre Faxe geben.
Print- und Videomarketing haben eine vergleichbare Dualität: Video kann so viel bieten, was in Wort und (Stand-)Bild nicht auszudrücken ist. Es ist in vielerlei Hinsicht ein absolut überlegenes Medium. Ich wiederhole gern: Video ist das Leitmedium unserer Zeit. Doch vorherrschend ist heute die Schrift – und das wird sie auch auf Jahre hinaus bleiben.
Gleichwohl waren Kommunikationsinnovatoren schon immer besonders erfolgreich. Und davon werden auch die Firmen profitieren, die jetzt – in einem frühen Marktstadium – auf Videowerbung und Videomarketing im Internet setzen. Denn sie bieten ja heute schon an, was die Kunden morgen wie selbstverständlich erwarten. Ein Onlineshop ohne Bewegtbild? Unattraktiv. Eine Website ohne Videoportrait? Altbacken und unpersönlich. Eine Stellenausschreibung ohne Unternehmensfilm? Verschnarchter Arbeitgeber…
Bis dahin werden wir, Dienstleister im Bereich Videomarketing wie SightseekerMedien, noch eine Menge Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit leisten müssen. Denn noch steckt die Branche in den Kinderschuhen. Für große Sprünge reichts noch nicht – doch das ist nur eine Frage der Zeit.
Add comment 17. Mai 2009
Verschiebt Onlinevideo die Grenze zwischen Vertrieb und Marketing?
Harter Verkauf versus Emotion & Information – verschieben sich die Grenzen?
Gern greife ich hier im Blog Themen auf, die in Diskussionen mit Kunden aufgeworfen wurden. Z.B.: Ist Videomarketing eher ein flankierendes Werkzeug oder kann es dazu dienen, wesentliche Aspekte des Verkaufsprozesses zu optimieren?
Dass ich, quasi von berufs wegen, absoluer Anhänger der zweiten These bin, muss ich kaum betonen. Doch worauf stütze ich diese Meinung?
1. Auf die „Ehrlichkeit“ des Mediums Video.
Natürlich geht es auch im Videomarketing um schöne Bilder, natürlich setzt es „in Szene“. Aber aus einem bodenständigen Ausflugslokal wird so noch lange kein Haut-Cuisine-Mekka, und aus dem Szenesecondhandklamottenhändler mit Migrationshintergrund kein geleckter Herrenausstatter. SOLL JA AUCH NICHT – getreu der Devise „auf jeden Topf passt ‘n Deckel“ geht es ja vielmehr darum, dass der Familienausflug in der Waldschänke und der kultivierte Spesenritter beim Sternekoch landet. Gutes Marketing ist immer auch Matching, es geht darum, Zielgruppen und Angebote zusammen zu bringen. Und das bilder- und emotionsreiche Marketingmedium Video hilft halt hervorragend, die Spreu vom Weizen zu trennen. Das sollte übrigens auch ein guter Vertriebler tun – es sei denn, Stammkunden wären ihm Wurst.
2. Auf die Stärke des Mediums Video, auch komplexe Sachverhalte leicht konsumierbar zu vermitteln.
Ob es darum geht, Designermesser zu schleifen oder mich für eine neue Stadt als künftigen Wohnort zu begeistern – Video kann mir besser als jedes andere Medium einen solchen komplexen Sachverhalt vermitteln, ohne dass ich mich sonderlich anstrengen muss. Kein Abstrahieren, kein Kleingedrucktes. Ja – ein guter Vertriebler kann derartige Dinge auch gut ‘rüberbringen. Aber lohnt dies beim jeweiligen Deckungsbeitrag, den das Produkt abliefert? Und hat er überhaup die Zeit dazu?
3. Auf die jederzeitige Verfügbarkeit von Onlinevideos
Rund 15% aller Zugriffe auf diesen Blog erfolgen nachts zwischen 23 und 6 Uhr. Offenkundig haben auch um diese Zeit irgendwelche Leute ein Informationsinteresse, dass befriedigt werden will. Ist dies nicht auch im Verkauf so? Wenn ich in den Spätnachrichten erfahre, dass morgen der Frühling ausbricht, ich aber meine Liegenauflagen im letzten Herbst hingehunzt habe, dann will ich gern auch nach Mitternacht ordern. Je besser man mich über das Produktangebot informiert – zum Beispiel mittels eines Produktvideos – desto eher bin ich bereit, in Qualität oder einen etwas teureren Anbieter zu investieren. Und je mehr Umsatz online gemact wird, desto wichtiger die jederzeit verfügbare, komplexe Produktinformation, am besten per Video. Denn dann ersetzt sie den Vertrieb – auch um 2 Uhr 37 in der Früh.
Add comment 14. April 2009
Es gibt noch Geld für Videomarketer
Gleich zwei im Bereich Videomarketing aktive Startups konnten sich in der vergangenen Woche über VC-Knete freuen – TVTrip und Mixpo. Geht die Finanzkrise an diesem Segment vorbei?
Wer sagt denn, dass die VCs alle einen Igel in der Tasche haben? Zumindest im Bereich Videomarketing fließt noch Geld. So vermeldete die französische Hotelvideo-Site TVTrip gestern den erfolgreichen Abschluss der zweiten Finanzierungsrunde über immerhin 7 Mio. €. Das im Juni 2007 von ehemaligen Expedia-Managern gegründete Unternehmen verfügt heute über 9800 professionell erstellte Hotelvideos, die 2900 Hotels weitweit in 157 Destinationen abdecken. Mit dieser zweiten Runde liegt die Gesamtfinanzierung des Unternehmens derzeit bei ca. 11 Mio. € (erste Runde lag bei 4,8 Mio $).
Der zweite Jackpot der Woche geht an das in diesem Blog schon mehrfach behandelte US-Unternehmen Mixpo. 4 Mio. $ wandern an die in Seattler beheimatete Firma. Mixpo kooperiert als „White-Label“-Anbieter u.a. mit der NBC Local Media Group, der Tribune Newspaper Company (dazu gehören Blätter wie Chicago Tribune und Baltimore Sun), Fisher Communications, Freedom Communications und TownNews.com – alles in allem 57 Fernsehstationen und ca. 1700 Zeitungen. Besondere Stärke der Mixpo-Lösung sind interaktive Videoanzeigen, die dem Kunden Feedback-Möglichkeiten wie Mailkontakt oder Links zur Website des Inserenten an die Hand geben.
Also alles paletti im Videowerbeland? Nicht für alle. Beide Finanzierungsrunden sind maßgeblich mit den gleichen Investoren durchgeführt worden, die schon die Erstrunden finanziert haben. Also wirklich „frisches“ Kapital kam nicht an den Laden. Die gute Nachricht: Die Investoren glauben nach wie vor an die von ihnen finanzierten Unternehmen. Die schlechten Nachrichten: Die Unternehmen werden das Geld dringend nötig gehabt haben – grad im Fall Mixpo fällt die zweite Runde augenfälig kleiner aus, als die erste. Und: Wer in diesem Bereich nicht zumindest eine solide Basisfinanzierung hat, hat schlechte Aussichten auf eine Anschlussfinanzierung.
Add comment 4. Februar 2009
Wie wird man eigentlich „Videoproducer“?
Viele Wege führen noch Rom – ein schneller Weg zum Videoproducer führt über die „Producer-Academy“.
Wie sichert man die Qualität bei dezentralen Services? Was bei McDonalds, Fielmann oder Tchibo noch relativ einfach wirkt (obwohl auch dort schon eine Menge Standardisierung und Taining dazugehört), wird spätestens dann zum mittelschweren Unterfangen, wenn Individuen die wesentlichen Leistungsträger sind. Beispiel Datev: Das Rechenzentrum ist für das Gros der deutschen Steuerberater gleich – die tatsächlich gebotene Leistung jedoch höchst unterschiedlich (da wir mit unserer Kanzlei extrem zufrieden sind, setz ich doch gleich mal einen Link zu Consulere).
Doch bei dezentralen Videoproduktionen, in denen ein Mensch als Allrounder filmt, den Ton aussteuert, das Interview und die Portraitierten durch den Beitrag führt, vielleicht auch noch Licht setzt und den Beitrag am Ende schneidet? Da ist Subjektivität im Spiel, und da spielt Persönlichkeit eine große Rolle. Beides ist gut – wenn es auf solidem Know-how aufbaut und im Rahmen verabredeter Spielregeln (= verbindlicher Produktdefinitionen) erfolgt.
Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Videoproducer bei SightseekerMedien von Anfang an intensiv und zunächst individuell geschult. Getreu dem Motto „Radfahren lernt man auf dem Fahrrad“ haben wir massiv darauf gesetzt, praktisch und ergebnisorientiert zu arbeiten, selbst wenn bei so manchem die ersten Ergebnisse noch nicht überzeugen konnten. Und da es uns zudem darauf ankam, lieber ein Dutzend qualifizierter als ein paar Hundert Producer mit eher zufälligem Kenntnisstand zu betreuen, setzten wir auf individuelles Coaching, das der erfahrene Kameramann Michael Baum Vollzeit betrieb.
Doch mit kontinuierlichem Wachsen unseres Netzwerks war die ausschließlich individuelle Betreuung irgendwann nicht mehr möglich. Hinzu kam der Wille, die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche und Fertigkeiten eines Videoproducers auch mit entsprechenden Experten auszubilden – schließlich sind Disziplinen wie Licht, Ton, Interview oder Schnitt recht vielfältig.
Seit Sommer 2008 wurden zunächst monatlich einwöchige (Grund-)Kurse abgehalten. Im Spätherbst wurde das System zusehends modularisiert, neben die Basisschulung traten ein- bis dreitägige Kurse zu Themen wie Licht, Schnitt, Ton oder zur Schulung auf spezielle Formate.
Nun haben wir das Programm neu gegliedert und in eine eigene Einheit ausgegliedert: die Producer-Academy. Sie hat das Ziel, sich zu einer von SightseekerMedien durchaus unabhängigen Ausbildungsstätte zu entwickeln, die Ein- und Umsteiger in Sachen Videoproducer qualifiziert und entwickelt. Im Mittelpunkt steht der bild- und imageorientierte Beitrag, nicht so sehr die journalistische Recherche und Aufbereitung. Videomarketing statt Videojournalismus – dahin zielt die Producer-Academy ab.
doneDas Referententeam um Michael Baum wurde um Helmuth Frauendorfer, Henrik Fehse, Ingo Feuker und René Gebhart erweitert, die Anzahl der Kurse auf zunächst vier bis fünf pro Monat erweitert. Je nach Thema sind drei bis acht Teilnehmer pro Kurs sind geplant, alle Teilnehmer werden – sofern sie selbst nicht darüber verfügen – für den Kurs mit professionellem Equipment ausgestattet. Weitere Themen sind bereits in Vorbereitung.
Der Markt für Videomarketing wächst rasant. Noch fehlen Standards – wir hoffen, mit der Producer-Academy einen langfristigen Beitrag zur Qualifizierung in diesem Markt zu leisten.
Add comment 2. Februar 2009
O-Ton oder Sprecher?
Die vielleicht meist gestellte Frage vor dem Videoportrait: Muss ich selbst sprechen oder nehmen Sie ‘nen Sprecher?
Erinnern Sie sich noch an die in den sechziger, siebziger Jahren oft gesehene Werbetafel: „Hier kocht der Chef“? Damals wie heute geht es beim Eigenmarketing um Vertrauen, darum, dem Kunden von Anfang an zu signalisieren, dass er bei Ihnen in guten Händen ist.
Die Medien ändern sich, an diesem Grundprinzip ändert sich nichts. Gerade das Videomarketing funkioniert hervorragend, um Vertrauen zu potentiellen Kunden, Patienten und Mandanten aufzubauen – erhalten sie doch schon vor einem ersten persönlichen Besuch einen sehr vielschichtigen Eindruck von Ihnen, Ihren Services, Ihren Angeboten und Einrichtungen. Wichtig dabei ist größtmögliche Authentizität – je unvermittelter Sie in einem Beitrag rüberkommen, desto besser.
Deshalb bin ich kein großer Freund von nachvertonten Videoportraits. In den meisten Fällen sind sie viel austauchbarerer und gleichförmiger als Produktionen, in denen Inhaber, Mitarbeiter oder auch Kunden zu Wort kommen. Machen Sie doch mal den Test: Stellen Sie sich den „typischen“ Text eines „typischen“ Hotelvideos vor. Wie wäre es zum Beispiel mit:
„Herzlich willkommen im Hotel Zum Hirschen in Großkleckersdorf. Das Traditionshaus mit 42 Zimmern, Gesellschafts- und Seminarräumen verbindet angenehme Atmosphäre, anspruchsvolle regionale Küche mit allem modernen Komfort. Schon in der Lobby verzaubert Sie der besondere Stil unseres 1874 gegründeten Hauses. In den erst kürzlich renovierten Zimmern erwarten Sie stilvolles Mobiliar und eine zeitgemäße Ausstattung wie moderne Marmorbäder, Minibar und W-LAN. Unser Restaurant Waidmannslust verwöhnt sie täglich außer Montags mittags und abends mit Wildspezialitäten und Leckerein der regionalen Küche. Die Gesellschafts- und Konferenzräume sind auf Gruppen von 6 bis 160 Teilnehmer ausgelegt – von der Hochzeit über die Tagung bis zur Firmenfeier finden Sie hier einen inspirierenden Rahmen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!“
Gut – ein professionell eingesprochener, vorformulierter Text bietet auch eine Vorteile:
• Man kann Informationen optimal gewichten und sicherstellen, dass alle relevanten Aussagen vermittelt werden
• Verständlichkeit und technische Qualität sind in aller Regel hoch
• Auch produktionstechnisch wird vieles einfacher – es reicht ein erfahrener Kameramann, der sich nicht um Ton und Interview kümmern muss, statt eines vielseitigeren Videoproducers
Doch für mich liegen die Nachteile einer nachvertonten Produktion klar auf der Hand:
• Viele höhere Austauschbarkeit (s.o.)
• Schein-Objektivität: Nur weil man so tut, als wäre es eine sachliche Reportage, wird die werbliche Aussage noch lange nicht glaubwürdiger
• Wichtige Dimensionen der Glaubwürdigkeit und der Individualtät gehen verloren – persönliche Ansprache, direkter Bezug zum Betrachter, Akzente, die sich aus der gewichtung der Aussagen, der Wortwahl und vielleicht auch der sprachlichen Färbung ergeben.
Wie wirbt Baden-Württemberg so schön für sich? „Wir können alles außer hochdeutsch“. Auch wenn Sie Migrant sind, breites sächsich sprechen oder schlichtweg ein bisschen nervös vor der Kamera sind – Sie stehen am allerbesten für Ihr Geschäft. Und sei es, dass Sie bei allzuviel Lampenfieber einen Text nicht als Interview, sondern als selbst gesprochenen Hintergrundtext einsprechen – immer noch besser als ein Text aus der Retorte.
Videomarketing verlangt nach eigenen Formaten. Es geht nicht um eine öffentlich-rechtliche, journalistischen Grundprinzipien verpflichtete Trennung von Kommentar und Nachricht. Es geht um Aufmerksamkeit, um Authentizität und darum, zu überzeugen. Und wer kann für Ihr Geschäft überzeugender auftreten als Sie?
Add comment 25. Dezember 2008
Unternehmen überdenken Budgets von Filmproduktionen
„Geiz ist geil“ – ein Motto, das bei immer mehr Auftraggebern gilt. Zurecht!
Zugegeben: Noch vor drei Monaten hätten wir bei SightseekerMedien gedacht, dass wir nahezu ausschließlich in der bundesweiten Highvolume-Produktion für Telefonbuch- und GelbeSeiten-Verlage, für Handy-Reiseführer oder Portale und Fachverlage tätig sein würden. Doch bereits seit dem Sommer wandelt sich das Bild.
Dass angesichts der beginnenden Rezession Werbe- und Marketingaktionen auf den Prüfstand gestellt werden, versteht sich von selbst – das gilt auch für Imagefilme und Videoproduktionen. Gleichwohl gilt bei Videos wie bei Autos: Es muss nicht unter allen Umständen ein Mercedes sein – auch mit dem „Volkswagen“ kommt man sicher ans Ziel.
Und so fragen sich viele Unternehmen und Agenturen weniger „ob“, sondern „wie“ sie eine Videoproduktion umsetzen wollen. Muss es immer die aufwändige Kranfahrt sein? Sind wirklich Studiosequenzen mit Requisite und Styling nötig? Brauchen wir detailgetreue 3d-Animationen? Können leckere Bilder – entsprechende Erfahrung des Producers vorausgesetzt – nicht auch ohne extra Beleuchter und Tonmann eingefangen werden? Und muss ich für einen Drehtag wirklich eine Viermanncrew von München nach Hannover expedieren? Kurz: Muss ich 15 bis 25 Tausend Euro einkalkulieren, oder krieg ich’s nicht vielleicht für einen vierstelligen Betrag?
Vieles geht vierstellig. Von der 15minütigen Teamvorstellung bis zum stimmungsvollen 3minütigen Imagefilm, von der ausführlichen Messedokumentation bis zum Verbandsportrait – wie ich schon in „Das Design bestimmt den Preis“ schrieb: Es kommt darauf an, wie man ein Produkt und seine Produktion anlegt, wenn man seine Kosten optimieren will. Und das geht oft, ohne dabei an Wirkung und Gesamtqualität zu sparen.
Wie findet man einen Dienstleister, der höherwertige Produktionen auch für kleinere Budgets realisieren kann? Leider gilt auch in diesem Markt: Viele behaupten vieles. Deshalb lassen Sie sich von Ihnen unbekannten Anbietern vor Auftragserteilung Arbeitsbeispiele zeigen. Und widmen Sie dem Workflow der Produktion Ihre Aufmerksamkeit – wo eine zuverlässige Struktur fehlt, ist oft das Ergebnis (und damit die Qualität) beliebig. Doch wenn Sie sorgfältig ausschreiben und auswählen, werden Sie am Ende diese Form von Geiz auch ein wenig geil finden…
Add comment 27. Oktober 2008


