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Agieren oder reagieren – warum Handelsmarken das Outlet-Videomarketing nicht verschlafen dürfen
Suchmaschinen und Verzeichnisse erweitern die Angebote für Onlinevideomarketing kontinuierlich – verschlafen Marken mit flächendeckenden Vertriebsnetzen den Trend?
Wer lange genug zählt, wird feststellen, dass in Online-Telefonbüchern, Lieferantensuchmaschinen und Branchenverzeichnissen sowie auf Videoplattformen bundesweit um die 10.000 Unternehmen mit eigenen Videoportraits präsent sind. Das ist bisher eine Marktausschöpfung im Promillebereich – aber ein Volumen, welches sich pro Jahr mehr als verdoppelt. Längst ist vom Autohaus über die Versicherungsagentur bis zum Reisebüro so mancher pfiffige Selbständige oder Fillialist auf das neue Medium aufmerksam geworden und nutzt seine Vorzüge.
Haben Sie was gemerkt? Die Beispiele stammen alle aus Branchen, in denen Hersteller-/Konzernbindung eine große Rolle spielen. Autohäuser sind meist an Marken/Hersteller gebunden, Versicherungsagenturen repräsentieren einen Anbieter und große Reiseveranstalter wollen ebenfalls mit eigener CI in der Fläche präsent sein.
Eigene Corporate Identity, auch bei den Fachhändlern und Repräsentanten in der Fläche – dafür geben VW und Co Milliarden aus. Während einerseits die letzte Schraube im Shop normiert ist und jeder Quadratzentimeter eines Händlerinserats vorgegeben, verschlafen andererseits dieselben Handelsmarken und Fillialisten den Trend zum lokalen Onlinevideomarketing.
Klar – die Hochglanzprodukton für die Marke, das in Szene setzen des neuesten Modells ist ein gesetzter Standard. Doch Video und Film entwickeln sich mit Hochgeschwindigkeit zum “Below-the-line”-Medium, zu einem relevanten Mittel im Marketing für und von den Fillialen vor Ort.
Wie Anfragen bei SightseekerMedien zeigen, denken die ersten flächendeckend vertretenen Marken über einen einheitlichen Videoauftritt ihrer Händler und Outlets nach. Und haben dabei durchaus verstanden, dass es vor allem darum geht, die Individualität und Besonderheit der Filliale herauszustellen und nicht nur für die Marke zu werben – das geht im Fernsehen auch. Man muss raus, raus zu jedem einzelnen Händler, Vertreter, Filliale – nur so zeigt man die Menschen und Betriebe, die engagiert für die Marke arbeiten und deshalb für den Kunden so wichtig sind.
Noch haben es Marken und Konzerne in der Hand, die Onlinevideo-Aktivitäten ihrer Vertriebspartner weitgehend frei von Wildwuchs zu gestalten. Aber was ist, wenn erst 100 Händler einer Marke mit ganz unterschiedlichen Onlinevideos in allen möglichen Verzeichnissen präsent sind? Wie kriegt man die da wieder raus und auf einen einheltlichen Auftritt umgerubelt?
Das Internet hat ein langes Gedächtnis. Deshalb ist gut beraten, wer frühzeitig Trends wie den zum Onlinevideomarketing erkennt und für sich nutzt. Das gilt auch für die “Großen” – (Handels-)Marken und Fillialisten.
Add comment 18. April 2009
O-Ton oder Sprecher?
Die vielleicht meist gestellte Frage vor dem Videoportrait: Muss ich selbst sprechen oder nehmen Sie ‘nen Sprecher?
Erinnern Sie sich noch an die in den sechziger, siebziger Jahren oft gesehene Werbetafel: “Hier kocht der Chef”? Damals wie heute geht es beim Eigenmarketing um Vertrauen, darum, dem Kunden von Anfang an zu signalisieren, dass er bei Ihnen in guten Händen ist.
Die Medien ändern sich, an diesem Grundprinzip ändert sich nichts. Gerade das Videomarketing funkioniert hervorragend, um Vertrauen zu potentiellen Kunden, Patienten und Mandanten aufzubauen – erhalten sie doch schon vor einem ersten persönlichen Besuch einen sehr vielschichtigen Eindruck von Ihnen, Ihren Services, Ihren Angeboten und Einrichtungen. Wichtig dabei ist größtmögliche Authentizität – je unvermittelter Sie in einem Beitrag rüberkommen, desto besser.
Deshalb bin ich kein großer Freund von nachvertonten Videoportraits. In den meisten Fällen sind sie viel austauchbarerer und gleichförmiger als Produktionen, in denen Inhaber, Mitarbeiter oder auch Kunden zu Wort kommen. Machen Sie doch mal den Test: Stellen Sie sich den “typischen” Text eines “typischen” Hotelvideos vor. Wie wäre es zum Beispiel mit:
“Herzlich willkommen im Hotel Zum Hirschen in Großkleckersdorf. Das Traditionshaus mit 42 Zimmern, Gesellschafts- und Seminarräumen verbindet angenehme Atmosphäre, anspruchsvolle regionale Küche mit allem modernen Komfort. Schon in der Lobby verzaubert Sie der besondere Stil unseres 1874 gegründeten Hauses. In den erst kürzlich renovierten Zimmern erwarten Sie stilvolles Mobiliar und eine zeitgemäße Ausstattung wie moderne Marmorbäder, Minibar und W-LAN. Unser Restaurant Waidmannslust verwöhnt sie täglich außer Montags mittags und abends mit Wildspezialitäten und Leckerein der regionalen Küche. Die Gesellschafts- und Konferenzräume sind auf Gruppen von 6 bis 160 Teilnehmer ausgelegt – von der Hochzeit über die Tagung bis zur Firmenfeier finden Sie hier einen inspirierenden Rahmen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!”
Gut – ein professionell eingesprochener, vorformulierter Text bietet auch eine Vorteile:
• Man kann Informationen optimal gewichten und sicherstellen, dass alle relevanten Aussagen vermittelt werden
• Verständlichkeit und technische Qualität sind in aller Regel hoch
• Auch produktionstechnisch wird vieles einfacher – es reicht ein erfahrener Kameramann, der sich nicht um Ton und Interview kümmern muss, statt eines vielseitigeren Videoproducers
Doch für mich liegen die Nachteile einer nachvertonten Produktion klar auf der Hand:
• Viele höhere Austauschbarkeit (s.o.)
• Schein-Objektivität: Nur weil man so tut, als wäre es eine sachliche Reportage, wird die werbliche Aussage noch lange nicht glaubwürdiger
• Wichtige Dimensionen der Glaubwürdigkeit und der Individualtät gehen verloren – persönliche Ansprache, direkter Bezug zum Betrachter, Akzente, die sich aus der gewichtung der Aussagen, der Wortwahl und vielleicht auch der sprachlichen Färbung ergeben.
Wie wirbt Baden-Württemberg so schön für sich? “Wir können alles außer hochdeutsch”. Auch wenn Sie Migrant sind, breites sächsich sprechen oder schlichtweg ein bisschen nervös vor der Kamera sind – Sie stehen am allerbesten für Ihr Geschäft. Und sei es, dass Sie bei allzuviel Lampenfieber einen Text nicht als Interview, sondern als selbst gesprochenen Hintergrundtext einsprechen – immer noch besser als ein Text aus der Retorte.
Videomarketing verlangt nach eigenen Formaten. Es geht nicht um eine öffentlich-rechtliche, journalistischen Grundprinzipien verpflichtete Trennung von Kommentar und Nachricht. Es geht um Aufmerksamkeit, um Authentizität und darum, zu überzeugen. Und wer kann für Ihr Geschäft überzeugender auftreten als Sie?
Add comment 25. Dezember 2008
Mit Video schneller zum Kredit?
Video schafft Vertrauen. Auch bei Bänkern?
Kleine Anekdote aus dem kürzlichen Plausch mit einem Firmenkundenbetreuer:
Er hätte erstmals einen Darlehensantrag durch eine Videopräsentation seines Kunden ergänzt. Schließlich hätten in Großbanken heute Abteilungen mit Kundenkontakt keine Entscheidungsgewalt über Kreditvergaben – die, die am Ende entscheiden, kennen den Kunden und seine Produkte oft nur aufgrund von Unterlagen. Gerade bei erklärungsbedüftigen Produkten und Unternehmen sei das aus seiner Sicht ein Handicap. So sei er auf die Idee gekommen, ein (existierendes) Videoportrait seines Kunden dem Kreditantrag hinzuzufügen, damit die nachgelagerten Abteilungen sich so ein besseres Bild des Kunden und seines Unternehmens zu machen.
Es scheint funktioniert zu haben – zumindest dieser Kredit wurde bewilligt. Ob jedoch viele Großbanken so innovatons- und kundenfreundlich sind, bleibe mal dahin gestellt…
Add comment 17. Juli 2008
Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser
Rückblick auf den “Forward2Business”-Kongress in Halle. Und Antworten auf die Frage: Was hat das mit Videowerbung zu tun?
Wer nicht da war, gleich vormerken für’s nächste Jahr: der zum “Ort der Ideen” gekürte Forward2Business-Kongress in Halle. Es gibt größere, internationalere, gewiss auch bekanntere Kongresse – aber nur wenig charmantere.
Im Innenhof der historischen Burg Giebichenstein trafen rund 200 Teilnehmer aus Trendforschung, Medien, Industrie und Dienstleistungen zusammen und wagten Ausblicke und Prognosen für das Jahr 2018. Moderiert von Sven Gábor Jánszky führte eine Tour d’Horizon in neue Arbeits-, Lebens-, Medien- und Markenwelten.
Immer wiederkehrendes Leitmotiv war das Stichwort “Vertrauen”. Wie sollen Unternehmen, Marken und Institutionen in einer zusehends auf medialen Beziehungen basierenden Welt Kunden ansprechen und binden? Was ist der “Kitt”, der ein Unternehmen und sein soziales Umfeld zusammen hält?
Vertrauen. Es wurde viel darüber gesprochen, wie “Big Player” sich darstellen und verhalten sollten – aber was macht der Laden um die Ecke? Was das kleine Ausflugshotel? Oder die Öko-Supermarktkette? Leider kamen diese Fragen im Rahmen des Kongresses ein wenig kurz. Deshalb hier mein Versuch einiger Antworten:
Keine Frage – letztlich ist die härteste Währung eines jeden Unternehmens das angebotene Produkt und die erbrachte Dienstleistung. Aber damit es dazu überhaupt kommt, sind Vorleistungen nötig – man muss Kunden ansprechen, ein eigenes Profil entwickeln, seinen Zielgruppen signalisieren, dass man ihnen genau das bietet, was sie suchen.
Und da heißt meine Antwort wieder Video. Das Medium ist reichhaltiger, vielschichtiger und persönlicher als Flyer und Website. Es bietet die Chance der Authentizität – und damit eine hervorragende Grundlage, schon vor dem ersten Kundenkontakt einen Vertrauensvorschuss zu bekommen. Der Steuerberater, der Zahnarzt, der Tischlermeister – sie alle erhalten so eine virtuelle Visitenkarte mit wirklich persönlichem Profil.
Deshalb verfechte ich Formate der Videowerbung, die ohne Sprecher auskommen. Ein Sprecher kommentiert, beschreibt, ist wieder eine zusätzliche Instanz zwischen Zuschauer und Portraitiertem. Es muss ja nicht immer der Chef sein, der vor der Kamera steht (Lampenfieber haben wir alle mal) – es kann auch ein motivierter Mitarbeiter sein, der zeigt, wie gut die Stimmung im Laden ist und dass man sich engagiert für seine Kunden einsetzt.
Wenn Vertrauen eine wesentliche Basis hat, dann ist es Engagement. Wenn Engagement ein adäquates Vermittlungsmedium hat, dann ist es Video.
Add comment 24. Juni 2008



