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Videowerbung, Videomarketing & Co: der erste Blog-Birthday ;-)
Dieser Blog hat heute seinen ersten Geburtstag. Und ich stelle mir die Frage: Hat unsere Branche schon das Laufen gelernt?
Einen Blog zu starten, ist wie eine Reise ins Blaue. In diesem Fall mit einem gewichtigen Unterschied zur geografischen Reise: Auch die Landkarte definiert sich täglich neu.
Im Schnitt alle vier bis fünf Tage habe ich im vergangenen Jahr Fundstellen aufgelesen, Trends kommentiert und praktische Hilfen zum Dreh vor Ort gegeben. Dabei heraus kamen 80 Beiträge in 7 Kategorien und bis heute knapp 8000 Aufrufe. Dank an all diejenigen, die den Blog verfolgen: Es motiviert, zu sehen wie die Abrufkurven kontinuierlich steigen!
Aber reden wir noch über das gleiche wie vor einem Jahr? Im Prinzip ja, doch in vielen Details nein. In Ermangelung eines besseren Begriffs kreisten zunächst viele Posts um den Begriff Videowerbung – auch für Produktionen, die weniger Werbeclip als vielmehr Image waren. Erst im Laufe des Jahres gewann der Begriff Videomarketing an Bedeutung. Er beschreibt diese Produktionen viel besser und wird, zumindest in der Fachöffentlichkeit, zunehmend genutzt. Die meisten Kunden können damit leider noch nicht viel anfangen – aber das wird schon noch kommen
A propos Kunden: Schwindelerregene Zuwachsraten prognostizierten die Internetauguren für dieses Segment. Angekommen, zumindest in Deutschland, ist diese Welle jedoch noch nicht. Wirtschaftskrise? Gewiss. Aber auch ein weiteres Beispiel dafür, dass Übergangsprozesse ihre Zeit brauchen. Emails sind dem Fax in vielerlei Hinsicht überlegen – und doch brauchte der Übergang vom einen zum anderen Zeit, und es wird noch viele Jahre Faxe geben.
Print- und Videomarketing haben eine vergleichbare Dualität: Video kann so viel bieten, was in Wort und (Stand-)Bild nicht auszudrücken ist. Es ist in vielerlei Hinsicht ein absolut überlegenes Medium. Ich wiederhole gern: Video ist das Leitmedium unserer Zeit. Doch vorherrschend ist heute die Schrift – und das wird sie auch auf Jahre hinaus bleiben.
Gleichwohl waren Kommunikationsinnovatoren schon immer besonders erfolgreich. Und davon werden auch die Firmen profitieren, die jetzt – in einem frühen Marktstadium – auf Videowerbung und Videomarketing im Internet setzen. Denn sie bieten ja heute schon an, was die Kunden morgen wie selbstverständlich erwarten. Ein Onlineshop ohne Bewegtbild? Unattraktiv. Eine Website ohne Videoportrait? Altbacken und unpersönlich. Eine Stellenausschreibung ohne Unternehmensfilm? Verschnarchter Arbeitgeber…
Bis dahin werden wir, Dienstleister im Bereich Videomarketing wie SightseekerMedien, noch eine Menge Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit leisten müssen. Denn noch steckt die Branche in den Kinderschuhen. Für große Sprünge reichts noch nicht – doch das ist nur eine Frage der Zeit.
Add comment 17. Mai 2009
YouTube: Immer mehr Erfolg mit Videowerbung
YouTube verkauft mehr Videowerbung an eine größere Zahl namhafter Inserenten
Wird sich die YouTube-Akquisition für Google je in Wert setzen? fragen sich auch Jahre nach dem Deal Kommentatoren und Analysten. Doch das Bohren dicker Bretter scheint sich für den Suchmaschinengiganten zunehmend auszuzahlen.
Wie Rory Maher von PaidContent unter Bezug auf den Piper-Jaffray-Analysten Gene Munster berichtet, steigt bei YouTube die Zahl der Verkäufe bei Instream-Videowerbung. Gleichzeitig gewinnt YouTube weitere “Big Player” unter den Werbetreibenden.
Bei den Vergleichen einer Februarwoche mit den Vormonaten zeigt sich folgender Trend:
• 72 Prozent der gezeigten Videoads waren In-Videostreams – verglichen mit 52 Prozent im Januar und 63 Prozent im Dezember.
• Zu den neuen Inserenten gehörten z.B. Verizon, Adidas, Xbox, Disney, Kraft und Chevy.
• 12 der Top100-Videos waren als Promotion gekennzeichnet, darunter welche von Mercedes-Benz und Microsoft.
• 29 Prozent der Videos zeigten Videowerbung versus 25 Prozent im Januar und 30 Prozent im Dezember.
Einhergehend mit dem Angebot kostenpflichtiger Videodownloads scheint es, dass YouTube doch nach und nach Erlösquellen rund um seine Bewegtbilddominanz aufbaut…
1 comment 22. Februar 2009
Video mit Folgen
Das amerikanische Yellowbook spielt in seinem neuen Webespot mit dem Medium Video
Wozu Video nützen kann, habe ich hier schon vielfältig dargestellt. Einen eher unerwarteten Erkenntnisgewinn zeigt der neue Werbespot des amerikanischen Yellobook…
Nette Idee am Rande: Auf der Website des Unternehmens kann der Betrachter drei alternative Schlussszenen auswählen und darüber abstimmen. Durch ein “Making-of” und weitere Background-Infos wird die Promotion der Eigenpromotion abgerundet. Kein Zufall, dass dem videoaffinen Betrachter über Links und Kästen gleich der Weg zu den Videoanzeigen auf dem Yellowbook geebnet wird.
Add comment 16. November 2008
Unternehmen überdenken Budgets von Filmproduktionen
“Geiz ist geil” – ein Motto, das bei immer mehr Auftraggebern gilt. Zurecht!
Zugegeben: Noch vor drei Monaten hätten wir bei SightseekerMedien gedacht, dass wir nahezu ausschließlich in der bundesweiten Highvolume-Produktion für Telefonbuch- und GelbeSeiten-Verlage, für Handy-Reiseführer oder Portale und Fachverlage tätig sein würden. Doch bereits seit dem Sommer wandelt sich das Bild.
Dass angesichts der beginnenden Rezession Werbe- und Marketingaktionen auf den Prüfstand gestellt werden, versteht sich von selbst – das gilt auch für Imagefilme und Videoproduktionen. Gleichwohl gilt bei Videos wie bei Autos: Es muss nicht unter allen Umständen ein Mercedes sein – auch mit dem “Volkswagen” kommt man sicher ans Ziel.
Und so fragen sich viele Unternehmen und Agenturen weniger “ob”, sondern “wie” sie eine Videoproduktion umsetzen wollen. Muss es immer die aufwändige Kranfahrt sein? Sind wirklich Studiosequenzen mit Requisite und Styling nötig? Brauchen wir detailgetreue 3d-Animationen? Können leckere Bilder – entsprechende Erfahrung des Producers vorausgesetzt – nicht auch ohne extra Beleuchter und Tonmann eingefangen werden? Und muss ich für einen Drehtag wirklich eine Viermanncrew von München nach Hannover expedieren? Kurz: Muss ich 15 bis 25 Tausend Euro einkalkulieren, oder krieg ich’s nicht vielleicht für einen vierstelligen Betrag?
Vieles geht vierstellig. Von der 15minütigen Teamvorstellung bis zum stimmungsvollen 3minütigen Imagefilm, von der ausführlichen Messedokumentation bis zum Verbandsportrait – wie ich schon in “Das Design bestimmt den Preis” schrieb: Es kommt darauf an, wie man ein Produkt und seine Produktion anlegt, wenn man seine Kosten optimieren will. Und das geht oft, ohne dabei an Wirkung und Gesamtqualität zu sparen.
Wie findet man einen Dienstleister, der höherwertige Produktionen auch für kleinere Budgets realisieren kann? Leider gilt auch in diesem Markt: Viele behaupten vieles. Deshalb lassen Sie sich von Ihnen unbekannten Anbietern vor Auftragserteilung Arbeitsbeispiele zeigen. Und widmen Sie dem Workflow der Produktion Ihre Aufmerksamkeit – wo eine zuverlässige Struktur fehlt, ist oft das Ergebnis (und damit die Qualität) beliebig. Doch wenn Sie sorgfältig ausschreiben und auswählen, werden Sie am Ende diese Form von Geiz auch ein wenig geil finden…
Add comment 27. Oktober 2008
Videomarketing in Zeiten der Krise
Welchen Stellenwert kann Videomarkting einnehmen, wenn die Wirtschaft unter Druck gerät?
Budgets werden eingefroren, Kampagnen gestoppt, die Planungen für 2009 reduziert – turbulente Börsen und restriktiven Banken fordern ihren Tribut. Werbetreibende aller Größenordnungen überprüfen ihre Ausgaben, viele verordnen vorsorglich strikten Sparkurs. Wie stark ist, wie starke sollte Videomarketing davon betroffen sein?
Betrachten wir zunächst die Videowerbung, die kurzen Clips, die vor, nach und teilweise auch als Overlay über Videos patziert werden, die sich Nutzer im Web ansehen. Hier haben die deutschen Mediaagenturen bisher nur sehr vereinzelt vom spezifischen Potential dieses Mediums profitiert, durch gezielte Belegung und Definition klarer Werbeumfelder sehr spitz (und damit effektiv) Zielgruppen anzusprechen. Meines Erachtens haben gerade in schwierigen Zeiten Betreiber von hochwertigen (weil redaktionell geprägten) Onlinevideoportalen wie spiegel.de, stern.de, brigitte.de oder auch bild.de, die Chance, Werbetreibenden die im Vergleich zu anderen Werträgern günstigen Leistungen und Reichweiten zu vermitteln.
Noch positiver sehe ich jedoch Onlinevideomarketing, das über diese Form der Videowerbung hinausgeht. Denn Klein- und Mittelbetriebe, die nun den Werbeeuro zweimal umdrehen, werden schnell erkennen, dass er für einen eigenen Videobeitrag sehr gut angelegt ist:
• Hohe Informationstiefe: Getreu dem Motto “ein Bild sagt mehr als 1000 Worte” bekommt der Betrachter eine sehr viel höhere, vielschichtigere Informationsdichte als bei den meisten anderen Medien – von der Broschüre bis zum Webautritt. Dass muss keineswegs immer die pure Sachinformation sein (z.B. Gründungsdatum des Unternehmens, Mitarbeiterzahl oder Leistungsdaten). Oft sind es eher subjektive Eindrücke (Sympathie des Auftretenden, Stil der Einrichtung, Frische, Modernität).
• Universelle Verwendbarkeit: Ein Videobeitrag kann sehr vielfältig genutzt werden, deshalb setzen sich auch die Herstellungskosten vielfältig in Wert. Von der Platzierung auf der eigenen Homepage über die Nutzung im Schaufenster oder auf Messen bis zur Integration ins ein PDF-Dokument, das bei allen Akquisitions- und Angebotmails angehängt wird. Aber auch zur klassischen Kundengewinnung kann so ein Video taugen – etwa durch Ausstrahlung im Lokalfernsehen, der Platzierung in den Online-Angeboten der GelbenSeiten und Telfonbuchverlage, auf regionalen Websites und der gegenseitigen Platzierung auf “befreundeten” Websites.
• Responseorientierung: Ideal ist es, sein Onlinevideo so zu platzieren oder so zu gestalten, dass eine schnelle Reaktion potentieller Kunden (per Email oder Telefon) möglich ist. Denn dann registriert man unmittelbar den Erfolg dieser Maßnahme.
• (Nicht zuletzt:) Kostengünstige Erstellung. Viele GelbeSeiten und Telefonbuchverlage erstellen ihren Kunden ein 30sekündiges Onlinevideo gratis im Rahmen einer Online-Jahresplatzierung in den entsprechenden Onlineverzeichnissen für ca. 600 €. Bei SightseekerMedien ist ein Basisportrait, das vom Kunden universell verwendet werden kann, ab 499 € (plus 95€ Spesen) zu haben. Das belegt: Ein Onlinevideo, dass über Jahre hinweg genutzt werden kann, kostet in etwa soviel wie die einmalige Schaltung einer mittleren Formatanzeige in Tageszeitung oder Zielgruppenzeitschrift.
Wer kühl rechnet und sich überlegt mit den Möglichkeiten des Onlinevideomarketings auseinandersetzt, wird an diesem Medium kaum vorbei kommen. Wer die vorhandenen Beispielen auf das eigene Geschäft überträgt, wird sich vielleicht sogar in schweren Zeiten ein wenig für eine neue (Selbst-)Darstellungsform begeistern.
Add comment 12. Oktober 2008
Silberstreif für Web-TV?
Professionelle Videoinhalte refinanzieren sich besser als UGC und dominieren die Online-Videowerbung
Zugegebenermaßen von der Quellenlage nicht berauschend, aber trotzdem mit ein paar bedenkenswerten Eckdaten: Daisy Whitney zitiert in Ihrer TVWeek-Kolumne eine Studie der Diffusion Group (die ich leider auf der Website dieser Group nicht finden konnte).
Danach soll sich der CPM-Wert (=Kosten pro Tausend Sichtkontakte eines Banners) für professionellen Videocontent bei Langformaten von heute 40$ auf 46$ in 2013 entwickeln, für kurze Videoformate von 30 auf 34$. User Generated Content (UGC), heute für 15$ bei 1000 Views zu haben, soll dann bei 17$ liegen.
Nun: Diese Steigerungen machen keinen großen Eindruck, gleichen sie doch grad mal die vermutlichen Inflationsraten der nächsten Jahre aus.
Spannend ist allerdings die nächste Aussage: Zwar macht UGC heute wie künftig ca. 50% des Web-Videotraffics aus – erhält aber nur 4% der Werbeeinnahmen. 96% der Werbedollars werden im Umfeld professionell gestalteten Videocontens platziert, auf den Webseiten von Fernsehstationen, Zielgruppen-Videoportalen oder bei Videobloggern. Heute wird zwar erst ein Jahresbugdet von 590 Mio. Dollar verteilt – 2013 sollen dies dann aber über 10 Milliarden sein.
Deshalb, so schließ der Report, ist es eine gute Zeit, heute eine Webplattform für professionellen Videocontent zu betreiben…
Add comment 29. Juli 2008
Das Design bestimmt den Preis
Videowerbung: Wer nach anderen Regeln produziert, kann auch zu anderen Preisen anbieten
Meine Kollegen bei SightseekerMedien werden oft gefragt: „Wie könnt Ihr bloß so günstig anbieten? Schaut doch eigentlich ganz ordentlich aus, was Ihr produziert”.
Stimmt. Genauso wie bei H&M oder Ikea Produkte entstehen, die ganz ansehnlich sind, so ist das auch bei unseren Videoproduktionen. Und doch kosten die Shirts bei H&M nur einen Bruchteil des Preises von Gucci oder Dolce&Gabbana, die Sofas und Schränke bei Ikea nur Kleingeld im Vergleich zu DeSede oder Capellini.
Gutes Design fragt immer zuerst nach dem Verwendungszusammenhang. Soll das Produkt als Ikone in die Geschichte eingehen oder wird es ein paar Mal benutzt und dann entsorgt?
Sodann bezieht gutes Design immer die Budgets potentieller Käufer ein. Wer kann, wer will wie viel ausgeben um mein Produkt zu erwerben? An diesem Punkt müssen sich Hersteller meist grundlegend entscheiden: Ziele ich auf den hoch preisigen Nischenmarkt oder will ich so günstig anbieten, dass vielleicht ganz neue, viele größere Käuferschichten für meine Produktspezies gewonnen werden?
Und dazu kommen noch konkrete Käuferanforderungen, -vorbehalte oder -wünsche. Was will ich außer Geld noch investieren (Zeit?)? Welche verschiedenen Nutzendimensionen soll das Produkt erfüllen – Prestige, Spaß, Wirtschaftlichkeit oder Umweltaspekte?
Und zuletzt: Finde ich Materialien und Produktionsverfahren, die a) dem Verwendungszusammenhang entsprechen und b) bei dem von mir definierten Käuferbudget auch profitabel in Produkte umzusetzen sind?
Im Industriedesign fängt erst an diesem Punkt der eigentliche Prozess der Formgebung statt – dass was landläufig als „Design“ verstanden wird. Doch ist es der Prozess davor, der neue Märkte erschließt und Unternehmen wie Ikea und H&M groß machte.
Und es ist dieser Prozess, den SightseekerMedien in der Videoproduktion völlig anders löst als klassische Produktionsfirmen.
Beginnen wir beim Verwendungszusammenhang. Wir produzieren fürs Internet, mit möglichen Zweitauswertungen für interne Zwecke, auf Messen, DVD etc. Nicht Kino, nicht Cannes. Produkte, die schon um der lieben Verbreitung willen stark komprimiert werden müssen. Verwendungsdauer typischerweise maximal zwei bis drei Jahre, manchmal – z.B. bei Eventportraits – auch darunter.
Das nächste Designziel: ein Budget, das dem einer (gestalteten) Werbeanzeige entspricht. Hier ist man als Kleinunternehmen – Hotel, Makler, Handwerksbetrieb – schnell 500€ bei nur einer Schaltung in der Tageszeitung los. Gehe ich in qualifizierte (Fachmedien), z.B für Personalwerbung werden daraus auch leicht und locker 2000€.
Ergänzen wir diese beiden Designkategorien noch um Kundenwünsche: Schnell muss es gehen, zu meinem Unternehmen passen soll es (ich will mich darin wiederfinden), möglichst universell einzusetzen und – naja – das eh starke strapazierte Werbebudget darf es auch nicht sprengen.
Womit wir bei der Gretchenfrage sind: Wie wird daraus ein breitentaugliches Produkt? Zu allererst: durch Standardisierung. Keine Maßanzüge, sondern Kleider von der Stange. Sodann durch Transparenz: Konkrete Beispiele und Standarddrehbücher vermitteln dem Kunden, was er für sein Geld bekommt.
Last but not least: interne Prozesse, die effizienz- und ergebnisorientiert sind. Keine dem Produktziel nicht entsprechenden Sonderaufwendungen, weder von der Bildgestalltung noch von der dafür benötigten Technik.
Wenn andere im Mietdolly durch die Hotelflure gleiten, tut’s bei uns ein Gepäckwagen oft auch. Für den Betrachter sieht’s gleich aus – für den Kunden im Angesicht der Rechnung nicht
)
3 comments 10. Juli 2008
Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser
Rückblick auf den “Forward2Business”-Kongress in Halle. Und Antworten auf die Frage: Was hat das mit Videowerbung zu tun?
Wer nicht da war, gleich vormerken für’s nächste Jahr: der zum “Ort der Ideen” gekürte Forward2Business-Kongress in Halle. Es gibt größere, internationalere, gewiss auch bekanntere Kongresse – aber nur wenig charmantere.
Im Innenhof der historischen Burg Giebichenstein trafen rund 200 Teilnehmer aus Trendforschung, Medien, Industrie und Dienstleistungen zusammen und wagten Ausblicke und Prognosen für das Jahr 2018. Moderiert von Sven Gábor Jánszky führte eine Tour d’Horizon in neue Arbeits-, Lebens-, Medien- und Markenwelten.
Immer wiederkehrendes Leitmotiv war das Stichwort “Vertrauen”. Wie sollen Unternehmen, Marken und Institutionen in einer zusehends auf medialen Beziehungen basierenden Welt Kunden ansprechen und binden? Was ist der “Kitt”, der ein Unternehmen und sein soziales Umfeld zusammen hält?
Vertrauen. Es wurde viel darüber gesprochen, wie “Big Player” sich darstellen und verhalten sollten – aber was macht der Laden um die Ecke? Was das kleine Ausflugshotel? Oder die Öko-Supermarktkette? Leider kamen diese Fragen im Rahmen des Kongresses ein wenig kurz. Deshalb hier mein Versuch einiger Antworten:
Keine Frage – letztlich ist die härteste Währung eines jeden Unternehmens das angebotene Produkt und die erbrachte Dienstleistung. Aber damit es dazu überhaupt kommt, sind Vorleistungen nötig – man muss Kunden ansprechen, ein eigenes Profil entwickeln, seinen Zielgruppen signalisieren, dass man ihnen genau das bietet, was sie suchen.
Und da heißt meine Antwort wieder Video. Das Medium ist reichhaltiger, vielschichtiger und persönlicher als Flyer und Website. Es bietet die Chance der Authentizität – und damit eine hervorragende Grundlage, schon vor dem ersten Kundenkontakt einen Vertrauensvorschuss zu bekommen. Der Steuerberater, der Zahnarzt, der Tischlermeister – sie alle erhalten so eine virtuelle Visitenkarte mit wirklich persönlichem Profil.
Deshalb verfechte ich Formate der Videowerbung, die ohne Sprecher auskommen. Ein Sprecher kommentiert, beschreibt, ist wieder eine zusätzliche Instanz zwischen Zuschauer und Portraitiertem. Es muss ja nicht immer der Chef sein, der vor der Kamera steht (Lampenfieber haben wir alle mal) – es kann auch ein motivierter Mitarbeiter sein, der zeigt, wie gut die Stimmung im Laden ist und dass man sich engagiert für seine Kunden einsetzt.
Wenn Vertrauen eine wesentliche Basis hat, dann ist es Engagement. Wenn Engagement ein adäquates Vermittlungsmedium hat, dann ist es Video.
Add comment 24. Juni 2008
Videos, wohin das Auge schaut
Julia Schmid von Websehen.net macht heute auf Thesen von James L. McQuivey von Forrester Research aufmerksam, die in fünf Jahren eine Allgegenwart von Videoinhalten in unserem Alltag prophezeien.
Videos überall? Bewegtbild-Overkill? Im ersten Moment klingen die Thesen nach dem endgültigen medialen Griesbrei und damit unappetitlich. Doch im zweiten Moment finde ich sie fast noch zu harmlos. Denn
1. die Vermehrung der Bildschirme hat gerade erst begonnen. Viele Dinge vom Auto über den Kühlschrank bis zur Klotür haben bisher nicht oder nur im Hochpreissegment integrierte Bildschirme. Die werden jedoch immer billiger. So macht es für immer mehr Hersteller Sinn, ein paar Euro mehr ins Produkt zu investieren, wenn dadurch für den Kunden neuer Mehrwert geschaffen werden kann. Zum Beispiel für
2. Ganz neue, alltägliche Videoanwendungen. Hat mal jemand versucht, per Gebrauchsanleitung die Notverriegelung eines Cabriodachs zu betätigen? Angesichts der kryptischen Schemazeichnungen eine echte intellektuelle Herausforderung. Was aber wäre, wenn die Bedienungsanleitung über den Autobildschirm als kleines How-to-Video abzurufen wäre? Schließlich bleibt
3. nützliche Information nützlich – auch wenn sie Werbung ist. Wenn ich in fremder Stadt Hunger und Lust auf italienische Küche habe, freue ich mich über die Videoportraits italienischer Restaurants, die mein Handy mir anbietet. Ist das eher ein Laden mit Drei-Nationenküche und Plastikstühlen, das Etepetete-Restaurante oder die gemütliche Familienpizzeria? Überhaupt dürfte
4. die Rolle des Handys als Informationsscout nach wie vor massiv unterbewertet sein. Viele denken, dass das, was heute das Internet kann, künftig das Handy übernimmt, plus GPS und Umfeldsuche. Aber kann das 4711-Immer-dabei-Handy nicht auch eine aktive Rolle übernehmen? Meine Interessen, Vorlieben oder Bedürfnisse speichern und Signale an all die Bidlschirme senden, die so scharf darauf sind, mir ihre Botschaften zu überbringen? Unerwünschte Botschaften zu unterdrücken, dafür sehr individuell zugeschnittene herauszusuchen und mir anzubieten? Wird vielleicht sogar jemand meine Handyrechnung übernehmen, weil ich ihm erlaube, mir die mir angenehmen Inhalte zu zu spielen?
Videos, wie wir sie heute kennen, werden in fünf Jahren durch eine neue Gattung von Videos ergänzt werden: Servicevideos. Videos, die dann einen hohen Nutzen haben, wenn sie auf die jeweilige Bedürfnislage des Nutzers treffen. Die vermutlich jede Landesmedienanstalt als Werbung klassifizieren wird – und die situativ trotzdem willkommen sind. Ich sage nicht, dass sie klassisches Fernsehen oder journalistische Information ablösen – aber sie werden einen eigenen, umfassenden Platz erobern.
Add comment 23. Juni 2008
Videoproducer – ein Traumberuf?
Die einen sprechen von Videojournalisten, andere gar von “Video-Jockeys” (wo reiten sie denn?!?), die Kollegen von Sightseeker haben sich auf den Begriff “Video-Producer” festgelegt. Scheint mir folgerichtig, denn ordentliche Videowerbung darf und sollte zwar journalistische Elemente beinhalten – aber es wäre wohl etwas vermessen, die Ergebnisse am Ende als “Journalismus” zu verkaufen.
Deshalb nennt Sightseeker das Team an der Front “Video-Producer”. Sie erstellen die Videobeiträge, die mit werblichen-/PR- und letztlich auch journalistischen Elementen u.a. auf der Tourismussite Sightseeker.de zu finden sind. Von der Drehorganisation über den Dreh vor Ort bis zum Schnitt und Dateiupload reicht ihr Tätigkeitsspektrum. Obwohl über ganz Deutschland verstreut, ist Mobilität erwünscht: die Mannschaft, bestehend aus knapp zwei Dutzend fest angestellten und freien Videoproducern, ist im gesamten deutschsprachigen Raum unterwegs.
Sightseeker hat sich vorgenommen, Ende des laufenden Jahres rund 10.000 Videos produziert zu haben – selbstverständlich nicht alle für die eigene Website. Um neue Producer “auf den Geschmack zu bringen” haben wir jetzt einen kleinen Trailer gedreht – hier isser!
Add comment 17. Mai 2008


